© ORF/Sybille Brunner

Chronik Österreich
07/04/2021

Kaffee und Livemusik: Run auf Impfangebote ohne Termin

Manche Bundesländer versuchen mit Partys oder Stichtagen in Lokalen Menschen zu erreichen. In Wien und Tirol gab es Warteschlangen.

von Elisabeth Holzer, Markus Strohmayer

Die Warteschlangen waren zeitweise bis zu 2.500 Personen lang: Mehr als eine Stunde stellten sich am Sonntag Menschen vor den Tiroler Impfzentren an, nachdem das Land die Corona-Impfungen erstmals ohne Termin vergab.

Das Angebot -  gültig für den ersten Stich - kam an. Schon zu Mittag war die Hälfte der 16.000 Impfdosen weg, manche Zentren überlastet. „Der Andrang hat unsere Erwartungen übertroffen“, kommentierte ÖVP-Landeshauptmann Günther Platter. „Das bestärkt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Deshalb wird der „Impfsonntag“ am 11. Juli wiederholt. Wie auch bei der Premiere können sich die Tiroler sogar das Vakzin aussuchen: Bis Sonntagmittag entschieden sich 57,5 Prozent für Biontech/Pfizer, 36,9 Prozent für Johnson & Johnson und 5,5 Prozent für Astra Zeneca.

Tirol ist nicht das einzige Bundesland, das aus der Terminschiene ausschert. Immer mehr Impfkoordinatoren haben allmählich mehr Serum als Anmeldungen, der von der Bundespolitik bemühte „Ketchup-Flaschen-Effekt“ scheint tatsächlich eingetreten zu sein. So plant die Steiermark für 17. Juli einen Impftag mit 10.000 Dosen Astra Zeneca, im August sollen Stich-Tage in Einkaufszentren folgen. Oberösterreich denkt an Pop-up-Impfstationen für jüngere Impfwillige, Neumarkt im Mühlviertel bringt die Covid-19-Schutzimpfung sogar zum Dorfwirt: Neben Schnitzel essen und Kaffee trinken kann man sich in einigen Gasthäusern auch impfen lassen.

Erst der Stich, dann der Film

Auf eine Mischung aus Vakzin und Kultur setzt seit diesem Wochenende die Stadt Wien. Am Rathausplatz können sich seit Samstag im Zuge des Filmfestivals Personen über zwölf Jahre ohne Anmeldung impfen lassen. Am ersten Tag der Aktion wurde der Erststich dort sogar live vom ORF-Radio-Symphonieorchester begleitet.

Ähnlich wie in Tirol dürften die Verantwortlichen den Andrang etwas unterschätzt haben, denn der Auftakt war ein Volltreffer: 200 Personen hätten eigentlich geimpft werden sollen, knapp 300 kamen zur Immunisierung.

In den sozialen Medien war bald eine Menschenschlange zu sehen, die weit in den Rathauspark reichte. „Wir haben mit einer guten Nachfrage gerechnet, aber es war doch überraschend starker Andrang. Es freut uns, dass Impfbereitschaft nach wie vor hoch ist“, hieß es aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ).

Vor Ort war man bemüht, niemanden abweisen zu müssen. Wartende erhielten das Angebot, mit einer Bestätigung sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt zur Impfstraße im Austria Center Vienna zu fahren, um sich dort impfen zu lassen. Diese Möglichkeit nahmen auch viele in Anspruch. Nun wird sogar überlegt, die Öffnungszeiten der Impfbox auszudehnen. Derzeit ist täglich zwischen 17 und 22 Uhr geöffnet. Auch weitere Impfstationen sind geplant.

Am Montag startet in der Bundeshauptstadt im Austria Center bereits eine weitere Impfaktion ohne Termin. Bis 11. Juli können sich über 18-Jährige, die bisher nicht dran waren, impfen lassen. Angewandt wird das Präparat von Astra Zeneca. Der Zweitstich erfolgt vier Wochen später. Am Rathausplatz werden übrigens Johnson & Johnson sowie Biontech/Pfizer verimpft.

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