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Chronik Österreich
02/26/2021

Kärnten-Wahl: Tresor mit abgegebenen Stimmen gestohlen

88 Stimmzettel von Vorwahltag in Hohenthurn verschwunden. Bei Einspruch nach der Wahl wird neu gewählt.

Zwei Tage vor den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten sind 88 bereits abgegebene Stimmzettel in der Gemeinde Hohenthurn (Bezirk Villach-Land) gestohlen worden. Florian Tschinderle (ÖVP), der Bürgermeister der Gemeinde, bestätigte am Freitag auf APA-Anfrage einen entsprechenden Online-Bericht der Kronen Zeitung.

Laut Tschinderle war in der Nacht auf Freitag in das Gemeindeamt eingebrochen worden. Die Täter nahmen einen Tresor mit, in dem sich unter anderem ein versiegeltes Kuvert mit 88 Stimmzetteln befand, die am Vorwahltag vergangenen Freitag abgegeben wurden. Für die kleine Gemeinde eine hohe Zahl - bei der Gemeinderatswahl 2015 hatte es gerade einmal 711 Wahlberechtigte in Hohenthurn gegeben.

Die Wahl am Sonntag wird wie geplant über die Bühne gehen, das sei mit der Landeswahlbehörde abgesprochen, sagte Tschinderle. Dass die Wähler, deren Stimmen nun verschwunden sind, noch einmal wählen dürfen, sei nicht vorgesehen. "Nach der Wahl hat jede Partei aber das Recht, innerhalb einer Woche Einspruch zu erheben. Und wenn das passiert, wird dem Einspruch auf jeden Fall stattgegeben - was bedeutet, dass neu gewählt wird", informierte der Bürgermeister.

Wahlkarten-Rekord

Wenn am Sonntag die Gemeinderäte und Bürgermeister der 132 Kärntner Gemeinden gewählt werden, dürfte der Bürgermeisterbonus aufgrund der Krise besonders ins Gewicht fallen. Pandemiebedingt wurde die Rekordzahl von 105.612 Wahlkarten ausgegeben, wie die Landeswahlbehörde am Freitag auf APA-Anfrage mitteilte. Das sind fast 23 Prozent der Wahlberechtigten, dadurch wird sich die Auszählung der Stimmen verzögern, teilweise rechnet man mit den Ergebnissen erst am Montag.

Spannend könnte es in der Landeshauptstadt Klagenfurt werden, wo nach Umfragen, die in regionalen Medien veröffentlicht wurden, Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) ihren Sessel nicht im ersten Durchgang verteidigen dürfte. Wer in der Stichwahl Mathiaschitz herausfordern wird, darüber gehen die Meinungen auseinander. In einer Umfrage wird dem ehemaligen FPÖ-Stadtchef Christian Scheider, der diesmal für das Team Kärnten antritt, Platz zwei zugebilligt, in einer anderen FPÖ-Spitzenkandidat Wolfgang Germ.

Bei der Wahl der Gemeinderäte hat die SPÖ die Nase deutlich vorn, von einer absoluten Mehrheit ist sie aber ebenso deutlich entfernt. Die ÖVP rechnet mit Zugewinnen, die FPÖ dürfte - auch wegen der Spaltung - starke Verluste einfahren. Die Grünen liegen etwa beim Ergebnis von 2015.

Stichwahl auch in Spittal erwartet

In Spittal an der Drau muss SPÖ-Amtsinhaber Gerhard Pirih den Angriff seines Vorgängers Gerhard Köfer abwehren, der Parteichef des Team Kärnten hat gute Chancen auf die Stichwahl. Ob es für die Rückeroberung des Bürgermeisters reicht, bleibt abzuwarten. 2015 gewann Pirih auf Anhieb, er kam auf knapp 56 Prozent der Stimmen.

In den anderen Bezirksstädten wird allgemein mit einer Bestätigung der Amtsinhaber gerechnet. Lediglich in Hermagor könnte es knapp werden, Siegfried Ronacher (SPÖ) gewann vor sechs Jahren die Stichwahl mit lediglich 13 Stimmen Vorsprung auf Leopold Astner (ÖVP), der es wieder versucht. Die einzige von der ÖVP regierte Bezirksstadt ist Feldkirchen, Martin Treffners Wiederwahl scheint sicher.

Zum ersten Mal als Spitzenkandidaten einer Wahl stellen sich Hannes Primus in Wolfsberg, Markus Lakounigg in Völkermarkt und Martin Kulmer in St. Veit an der Glan - alle drei gehören der SPÖ an. Ihre Vorgänger waren vorzeitig abgetreten, um ihnen zum Amtsbonus zu verhelfen. Alle drei Städte gelten als Hochburgen der SPÖ.

Im Gegensatz zu früheren Wahlen wird diesmal am Sonntagabend noch nicht alles klar sein. Vor allem in den größeren Städten wird mit einem Endergebnis inklusive Wahlkarten erst am Montag gerechnet. Der ORF Kärnten macht aus diesem Grund am Montag um 18.30 Uhr eine Wahl-Sondersendung. Und in den Gemeinden, wo im ersten Durchgang kein Bürgermeisterkandidat die absolute Mehrheit erreicht, gibt es am 14. März eine Stichwahl.

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