Chronik | Österreich
28.02.2018

Kältewelle: Sportfreuden auf dem und im Eiswasser

Eisfischer und Eisschwimmer nutzen die frostigen Temperaturen.

Die Außentemperatur beträgt minus 17 Grad Celsius. Während andere das Warme aufsuchen, um sich vor der klirrenden Kälte zu schützen, nützen hartgesottene Angler die arktischen Bedingungen, um am Stausee Ottenstein im Waldviertel, NÖ, ein seltenes Abenteuer zu erleben. "Eisfischen" ist nur dann möglich, wenn das Eis tragfähig ist."Da es seit Tagen kalt ist, misst es zirka 20 Zentimeter", sagt Bernhard Berger, Fischbiologe beim Forstamt Ottenstein. Dick genug, um gefahrlos – aber trotzdem mit Sicherheitsausrüstung wie Eishaken und Schuhspikes – auf das Eis zu treten.

Mittwoch, 9 Uhr: Die Sonne scheint, ein paar Schneeflocken fallen. Plötzlich stört ein lautes Krachen die Idylle. Die Ursache: Sobald im Kraftwerk bei der Staumauer Strom erzeugt wird, sinkt der Wasserspiegel, und im Eis bilden sich Sprünge. "Da es sich um eine durchgehende Eisschicht handelt, kann man nicht einbrechen", beruhigt Berger, der Freizeitangler zu interessanten Plätzen führt.

Genau dort, wo sich im Sommer die Bootsanlegestelle befindet, bohren Hobbyangler Christoph Budovinsky aus Linz und seine beiden Kameraden mehrere 30 Zentimeter breite Löcher, um Fische zu fangen. "Im Sommer sind wir immer als Angler hier, weil uns die Gegend so gut gefällt. Wir wollten einmal etwas anderes machen als Skifahren oder Langlaufen", sagt Budovinsky, der sich mehrere Kleidungsschichten anzog, um beim Fischen nicht frieren zu müssen. "Ein bisschen frisch ist es schon", sagt er. Nur wenige Minuten später hat er eine Brachse an der Angel, die er nach einem Erinnerungsfoto wieder frei lässt. "Auch beim Eisfischen gelten die Schonfristen und Fischereibestimmungen", schildert Berger.

Wie die Fische

Nicht auf dem, sondern im Wasser, bewegt sich dieser Tage Josef Köberl. DerEisschwimmer trainiert fast täglich in der nicht einmal ein Grad warmen Alten Donau für die Winterschwimm-WM in Tallin, Estland, an der er kommende Woche teilnimmt. Für Köberl sind die Bedingungen in Wien perfekt: Beim Wettbewerb wird das Wasser nicht viel wärmer sein. Doch das Training ist derzeit hart: "Nach dem Schwimmen tut der Wind auf der Haut richtig weh", sagt der Extremsportler.

Apropos Alte Donau: Laut Wetterdienst Ubimet sollte die Eisdecke der Alten Donau Ende der Woche tragfähig sein, doch bei der MA 45 Wiener Gewässer appelliert man dringend, nicht eiszulaufen – egal wie dick das Eis sei. Einfließendes, wärmeres Grundwasser mache das Unterfangen brandgefährlich. Wer gefahrlos eislaufen will, kann dies am Sonntag ein letztes Mal beim Wiener Eistraum tun. Zwischen 19 und 22 Uhr sogar gratis.

Kälteunempfindliche, die den Gang ins kalte Wasser wagen wollen, haben am Freitag in Oberösterreich Gelegenheit dazu: Ab 15 Uhr bietet Köberl beim Hallstättersee Ice Swimming Probetrainings an. In Wien findet am Donnerstag das traditionelle Vollmond-Schwimmen in der Neuen Donau statt. Angesichts der Kälte ist dieses Mal der Samariterbund zur Unterstützung vor Ort.