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Chronik Österreich
09/10/2019

Jetzt spricht Johann Gudenus über die Watschen-Affäre

Ex-FPÖ-Politiker gibt Kontakt mit Russen und Bulgaren zu, aber: „Habe mit Güssinger sicher nichts zu tun.“

von Dominik Schreiber, Kid Möchel

Die Affäre rund um die angebliche Watsche von „Herrn Herbert“ gegen Johann Gudenus geht in die nächste Runde. Der Ex-FPÖ-Politiker wehrt sich im KURIER-Gespräch nun heftig gegen Vorwürfe, dass er irgendwie in die dubiose Causa rund um das burgenländische Mineralwasser Güssinger verwickelt sein könnte: „Ich habe mit Güssinger sicher nichts zu tun“.

Er gibt aber zu, dass er die Vertreter beider Seiten, die um die Herrschaft in der Wasserfirma streiten, kenne. Gudenus hatte sowohl mit dem Bulgaren Stojan S. als auch mit dem Russen Andrej K. schon Kontakt: „Ich kenne viele Leute, er (K., Anm.) kennt viele Leute.“ So habe man sich halt irgendwo kennengelernt. Vergangenen Mittwoch sei er allerdings „rein privat“ mit seinem jüngeren Bruder im Coburg gesessen, als die Fotofalle zuschnappte.

Zumindest zwei Personen – davon geht auch Gudenus aus – haben das Treffen fotografiert. Eine davon ist jene Russisch-Dolmetscherin, die „Herrn Herbert“ begleitet hat. Wer die andere Person ist, bleibt vorerst unklar.

Gudenus betont, dass die Polizei die Videos im Coburg und Marriott auswerten würde. Damit könne die Vorgeschichte und die Watschenaffäre aufgeklärt werden.

Gudenus’ Version

Laut dem Ex-FPÖ-Mann saß der gebürtige Russe Andrej K. jedenfalls schon zuvor am Tisch im Coburg. Doch er verließ die Gudenus-Brüder wieder und dann kam Herbert A. – der Vertreter der bulgarischen Seite. Er wollte mit dem russischen Geschäftsmann sprechen.

Gudenus bat daraufhin einen Freund des Russen, der im Coburg war, diesen anzurufen. So steht es zumindest in der Aussage, die der Ex-FPÖ-Mann vor der Polizei tätigte und die er dem KURIER offenlegte. Dabei wunderte er sich, dass „Herr Herbert“ ihn offenbar zu HC Strache, Ibiza und Korruption aushorchen wollte.

Nachdem dieser weg war sei er quasi auf gut Glück ins Marriott gegangen, wo Herbert A. und die Dolmetscherin saßen. Der „Herr Herbert“ soll ihn beschimpft haben, weil er die beiden fotografiert habe. Er teilte ihm auch mit, dass er die Unterhaltung im Coburg aufgezeichnet habe.

Gudenus kontaktierte daraufhin einen Beamten des Wiener Verfassungsschutzes – „schließlich ging es da um etwas Politisches“, wie er dem KURIER sagte. In dem Zeitraum des Gesprächs mit dem LVT-Mann setzte der „Herr Herbert“ seine Beschimpfungen fort und schlug mir gezielt mit seiner rechten Hand ins Gesicht, so seine Aussage im Protokoll.

Gudenus: „Das war kein Streicheln, wie er sagt, die Polizei hat die roten Streifen am Ohr fotografiert.“