Chronik | Österreich
30.12.2018

Jeder zweite Wiener Schüler hat nicht Deutsch als Umgangssprache

Bericht: Auf dem Arbeitsmarkt und im Pflichtschulbereich gibt es besonders große Herausforderungen.

Bereits zum sechsten Mal veröffentlichte der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) eine Broschüre mit den aktuellsten Daten und Fakten. Besonders auffallend sind die Herausforderungen am Arbeitsmarkt und an den Wiener Schulen. Denn in der Bundeshauptstadt hat jeder zweite Schüler nicht Deutsch als Umgangssprache. Das ist österreichweit der höchste Wert.

In den Polytechnischen und Neuen Mittelschulen (NMS) fällt der Anteil noch höher aus (rund 73 Prozent), an Hauptschulen sind es sogar 82,3 Prozent. In Volks- und Sonderschulen stammen 60 Prozent der Schüler aus einer nichtdeutschsprachigen Familie.

Österreichweit haben etwa rund ein Drittel aller Schüler an einer NMS und Polytechnischen Schulen eine andere Umgangssprache als Deutsch. Von den bundesweit insgesamt rund 1,1 Millionen Schülern traf das im Schuljahr 2016/17 auf etwas mehr als ein Viertel zu.

Wien besonders beliebt

Keine wirkliche Überraschung zeigen die Zahlen, der in Österreich lebenden Ausländer. Mit Anfang des Jahres befanden sich rund 679.600 Personen mit ausländischem Geburtsort in Wien. Heißt: 36 Prozent der in der Bundeshauptstadt lebenden Menschen wurden nicht in Österreich geboren. Es ist auch hier der höchsten Anteil von allen Bundesländern. Im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus war mit 48,1 Prozent der Anteil am höchsten. Dahinter rangieren die Brigittenau mit 44,7 Prozent und Margareten mit 43,9 Prozent. Hietzing (26,3 Prozent) und Liesing (24,4 Prozent) weisen den geringsten Anteil auf. Die Serben stellen in der Bundeshauptstadt mit rund 89.300 Personen die größte Gruppe dar. Auf Platz zwei befinden sich in der Türkei geborene Personen (66.900), gefolgt von jene aus Deutschland (51.200) und aus Polen (48.700).

Bei den Bundesländern belegt Tirol (18,4 Prozent) Platz zwei, gefolgt von Oberösterreich (15,3 Prozent). Österreichweit ist jeder Fünfte in einem anderen Land auf die Welt gekommen.

Die neue Statistikbroschüre zeigt auch, dass sich Syrer und Afghanen vorwiegend in Wien niederlassen. Mit Stichtag 1. Jänner 2018 lebten rund 23.000 Personen aus Syrien und mehr als 17.600 Afghanen in der Bundeshauptstadt. Am Ende der Tabelle ist das Burgenland mit den geringsten Staatsbürgern (376 sowie 866 Personen) aus diesen Ländern zu finden.

Auch bei der Arbeitslosenquote weisen ausländische Staatsangehörige einen höheren Wert (18 Prozent) als den österreichweiten Durchschnittswert von 12,5 Prozent auf. Das mittlere Nettojahreseinkommen von unselbstständig Erwerbstätigen in Wien lag 2016 bei rund 24.700 Euro. Österreicher streiften im Jahr 26.800 Euro ein, bei Ausländern betrug das Gehalt durchschnittlich nur 19.200 Euro. Somit hatten Ausländer lediglich 71,6 Prozent des Einkommens von Österreichern zur Verfügung. Es ist auch in dieser Rubrik der höchste Wert aller Bundesländer.

Wiener wandern ab

2017 wurden 154.700 Zuzüge aus dem Ausland sowie rund 110.100 Wegzüge ins Ausland verzeichnet, was ein Plus von 44.600 Menschen ergibt. Die meisten Ausländer zog es nach Wien, jedoch gab es zum Jahr davor einen kleineren Nettozuwachs um rund 18,7 Prozent (plus 17.200 Personen).

Insgesamt kamen 61.900 Menschen in die Bundeshauptstadt und 44.700 Leute wanderten aus. Darunter befanden sich 5165 bzw. 6762 Österreicher. Somit wandern mehr österreichische Staatsbürger aus Wien ab, als es sie in die Bundeshauptstadt zieht.