(Symbolbild)

© KURIER/Schraml

Bezirk Liezen
06/22/2016

Familie aus verplombtem Lkw in der Steiermark geholt

Türkischer Lenker meldete Polizei Geräusche. Zwei Männer, zwei Kinder und eine schwangere Frau entdeckt.

Wieder sind in der Steiermark fünf illegal eingereiste Migranten in einem Lkw gefunden worden: Der türkische Lenker bemerkte auf einer obersteirischen Raststation der A9, Pyhrnautobahn, Geräusche in seinem Sattelaufleger. Er rief die Polizei, die den verplombten Lkw öffneten. Ein 27-jähriger Iraker und seine vierköpfige Familie hatten sich darin versteckt. Sie suchten um Asyl in Österreich an.

Bereits am Montag wurden in Spielfeld fünf Migranten aus einem verplombten Lkw geholt (mehr dazu auch weiter unten). Nur einen Tag später wurde man nun auch auf dem Parkplatz in Trieben (Bezirk Liezen) fündig: Gegen 14.45 Uhr meldete der türkische Lenker die Geräusche der Polizei. Nach der Öffnung des Schwerfahrzeugs saß darin der 27-Jährige, eine schwangere Frau, ein weiterer Mann sowie zwei Kinder im Alter von drei und eineinhalb Jahren.

Die Familie aus dem Irak dürfte noch in der Türkei in den Sattelaufleger gelangt sein. Schon vor einigen Wochen hatten die Beamten in Trieben einen ähnlichen Fall von Schlepperei: "Es hat eigentlich nie wirklich aufgehört", schilderte Revierinspektor Andreas Fröis.

Spielfeld: Fünf Männer aus verplombtem Lkw geholt

Die Polizei am Grenzübergang Spielfeld hatte am Montag fünf Migranten in einem verplombten Lkw entdeckt. Der Lenker hatte die Zöllner auf verdächtige Geräusche, die von der Ladefläche kamen, aufmerksam gemacht. Gemeinsam mit den Beamten der Polizeiinspektion Straß wurde das Schwerfahrzeug geöffnet. Vier Pakistani und ein Afghane hatten sich darin versteckt. Sie wurden nach Slowenien zurückgewiesen.

Die Polizei bestätigte einen Bericht der Online-Ausgabe der Kleinen Zeitung, wonach die fünf Männer bei der illegalen Einreise am Zoll ertappt wurden. Wie und wo die Migranten in den Lkw kamen, ist unklar. Dem bosnischen Lenker waren die Geräusche direkt nach der Zollkontrolle aufgefallen. Er meldete sie, obwohl er eigentlich schon weiterfahren hätte können. Laut Polizei war die Plombe in Ordnung. Der Gesundheitszustand der Männer sei nicht besorgniserregend gewesen, weshalb sie direkt nach Slowenien zurückgeschickt wurden. Papiere oder Reisepässen hatten sich nicht dabei.

Wie die Beamten erklärten, habe es sich um den ersten Schlepperei-Fall dieser Art in Spielfeld seit Schließen der Balkanroute gehandelt. Sie erwarten jedoch, dass in den kommenden Wochen und Monaten wieder mehr Flüchtlinge versuchen, illegal einzureisen.

59 Flüchtlinge an Grenze zu Österreich aus dem Zug geholt

Indes hat die ungarische Polizei am Grenzübergang Hegyeshalom (Nickelsdorf) nach Österreich am heutigen Mittwoch 59 Flüchtlinge aufgegriffen. Es handelt sich um je 26 Syrer und Afghanen, sechs Menschen aus Bangladesch und einen aus Pakistan.

Die Schutzsuchenden wurden wegen fehlender Reisedokumente am Bahnhof Hegyeshalom aus dem Zug geholt und wegen "verbotenem Grenzübertritt" in Gewahrsam genommen, teilte die ungarische Polizei mit.

Auch an der ungarisch-serbischen Grenze wurden in den letzten 24 Stunden 28 Menschen wegen illegalen Grenzübertritts festgenommen. Nach Angaben des ungarischen Landespolizeipräsidiums (ORFK) konnte zudem der illegale Grenzübertritt nach Ungarn an der Südgrenze in 297 weiteren Fällen verhindert werden. Heuer registrierten die ungarischen Behörden bisher insgesamt 16.048 illegale Grenzübertritte. Im Vorjahr waren es 60.082.

Legal als Flüchtling nach Ungarn einzureisen ist nahezu unmöglich. An zwei sogenannten Transitzonen lassen die Behörden pro Tag insgesamt rund 30 Menschen ins Land, die dort offiziell um Asyl ansuchen können. Da Ungarn Serbien jedoch als sicheres Drittland ansieht, wird der überwiegende Großteil von ihnen wieder dorthin zurückgeschickt. Derzeit warten nach UNO-Angaben im ungarisch-serbischen Grenzgebiet rund 400 Menschen unter kläglichen Bedingungen auf eine Chance zur Einreise.

Täglich überwinden zudem rund 200 Menschen "illegal" den Grenzzaun zwischen Serbien und Ungarn. Nach ihrer Festnahme werden sie in Lager gebracht, wo sie ihren Prozess wegen illegaler Einreise - seit September 2015 drohen dafür bis zu fünf Jahre Haft - abwarten müssen. Der Großteil "verschwindet" von dort jedoch binnen kurzer Zeit in Richtung Westeuropa.

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