Chronik | Österreich
06.03.2018

In nächster Wintersaison wird das Heizen teurer

Die Preise für Fernwärme in der Steiermark steigen.

Als "saftig" bezeichnet Werner Murgg die geplante Tarifsteigerung für Fernwärme der Kunden der Energie Steiermark (ESTAG): "Statt weniger Dividende zu zahlen, entscheidet man sich für Preiserhöhungen, um Kosten abzufangen", vermutet der Landtagsabgeordnete, KPÖ: Ein Plus von 5,6 Prozent soll bereits im zuständigen Ausschuss beantragt worden sein. Schlagend würde dies ab der nächsten Heizsaison.

Bezogen auf einen durchschnittlichen Haushalt 7500 Kilowattstunden Verbrauch pro Jahr wären das zusätzliche Kosten von 37 Euro. Seitens des Energiekonzerns bestätigt Sprecher Urs Harnik-Lauris eine "Anpassung": "Seit 2015 hat es keine Abgeltung der Inflation gegeben, deshalb der Antrag." Er bezifferte das Plus mit 4,6 Prozent, "das ist deutlich unter der Inflationsrate".

KPÖ-Mandatar Murgg will heute, Dienstag, aber von politischer Seite erfahren, wie es um die Preisgestaltung steht. Durch eine Anfrage an SPÖ-Vizelandeshauptmann Michael Schickhofer will er herausfinden, ob nun jedes Jahr Tarifsteigerungen geplant seien. Da kommt dann auch ein weiteres Projekt ins Spiel: "Big Solar" soll nach seiner Fertigstellung bis zu 20 Prozent des Fernwärmebedarfs in Graz decken.

Solarenergie wärmt

Das Projekt eines dänischen Investors sieht 500.000 Quadratmeter Solarflächen im Süden der Stadt vor, die über den Sommer Wasser eines Speichersees aufheizen. Während der Wintersaison soll dann damit geheizt werden. 200 Millionen Euro soll das Vorhaben kosten: Eine zweite Leitung vom bestehenden Verbund-Gaskraftwerk Mellach zu errichten sei halb so teuer und genauso effizient, ist jedoch Murgg überzeugt.

Noch gibt es für "Big Solar" allerdings keinen Beschluss im Aufsichtsrat der ESTAG, derzeit laufe die Grundstückssuche. Der Konzern selbst wäre auch nicht Betreiber, sondern der dänische Investor, betont Sprecher Harnik-Lauris. Die ESTAG würde bloß die Fernwärme erwerben. Über die zu erwartenden Preise gibt er keine Auskunft, aber: "Fernwärme muss marktwirtschaftlich eingekauft werden." Die Preise dürften nicht höher sein als jene für die Fernwärme aus dem Verbundwerk in Mellach.