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Chronik ├ľsterreich
12/09/2021

In der Pandemie zur Intensivpflegerin

Mehr Absolventen als je zuvor gab es in Vorarlberg heuer bei der Zusatzausbildung zur Intensivpflege. Auch Bernadette Thurner ist diesen Weg gegangen.

von Christian Willim

Im LKH Feldkirch arbeitet Bernadette Thurner (30) seit f├╝nf Jahren auf der Intensivstation. Diplomkrankenpflegerin ist sie bereits seit sieben Jahren. Im vergangenen Sommer hat sie die Ausbildung f├╝r das Zusatzdiplom Intensivpflege begonnen und nun abgeschlossen, w├Ąhrend ├Âsterreichweit viele ihrer Kolleginnen und Kollegen wegen der Belastungen durch die Corona-Pandemie ans Aufh├Âren denken.

KURIER: Kann man bei dieser Dauer der Ausbildung sagen: Eine Intensivkraft f├Ąllt nicht vom Himmel?

Bernadette Thurner: Genau. Man muss zuerst eine Zeit auf der Intensivstation arbeiten, damit man ├╝berhaupt in die Ausbildung kann. Und dann sind das 16 Monate, in denen mal viele Praxiseinheiten machen muss, aber auch Theorie lernt, eine Abschlussarbeit schreibt und Pr├╝fungen macht.

Haben Sie schon einmal bereut, diesen Weg eingeschlagen zu haben?

Nein, zum Gl├╝ck noch nicht. Das ist ein umfassender Fachbereich, wo man auch nach dem Diplom noch vieles dazulernen kann. Das hebt die Attraktivit├Ąt. Im Gegensatz zu Normalstationen kann man sich f├╝r seinen Patienten Zeit nehmen, kennt ihn gut und betreut nicht zugleich 30 Patienten.

In der aktuellen Krisenlage muss Personal auch aus anderen Bereichen im Spital abgezogen werden. Was hei├čt das f├╝r Pflegekr├Ąfte, die zuvor nicht auf Intensivstationen gearbeitet haben?

Wenn man auf Intensivstationen beginnt, wird man drei Monate eingeschult. Jene, die bei uns jetzt aushelfen, werden quasi ins kalte Wasser geworfen. Ich glaube, dass es f├╝r andere sehr schwierig ist, weil die nicht so den Umgang wie wir haben mit Beatmung, mit so vielen Medikamenten, die gleichzeitig laufen, mit kritisch Kranken. Das l├Ąuft auf Normalstationen ganz anders ab. Die Zusatzausbildung ist ja nicht umsonst.

Vorarlberg hat gerade wieder eine kritische Zahl an Covid-Intensivpatienten. Wie ist die Lage bei Ihnen?

Wir erwarten, dass es wieder so wie letztes Jahr wird, dass eine wirklich strenge Zeit vor uns liegt ÔÇô mit vielen Einspringstunden oder -tagen, dass ├ťberstunden geleistet werden m├╝ssen. Und nat├╝rlich ist es eine belastende Zeit mit den Covid-Schutzanz├╝gen, mit der Maske, der Haube, dem Visier. Man ist am Abend einfach nur m├╝de.

K├Ânnen Sie nachvollziehen, dass es immer noch Menschen gibt, die daran zweifeln, dass die Lage auf den Intensivstationen kritisch ist?

Es ist f├╝r mich schwer zu begreifen, dass man die Situation nicht glauben kann, weil wir es jeden Tag sehen und mitbekommen, wie der Verlauf bei den Patienten ist und wie es denen geht.

Was sagen Sie so jemandem?

Da w├╝rde ich mir w├╝nschen, sie kommen mal vorbei und schauen sich das selber an. Das geht aber leider nicht, da ja keine Besucher vorbeikommen k├Ânnen. Aber es ist so: Ganz viele sind ├╝berarbeitet. Die gro├če Mehrheit der Intensivpatienten in Vorarlberg ist ungeimpft.

Gibt es welche, die die Zeit gerne zur├╝ckdrehen w├╝rden, um sich impfen zu lassen?

Nicht alle. Einige sagen, dass sie es bereuen, dass sie sich noch nicht geimpft haben. Aber es gibt auch welche, die es immer noch nicht einsehen.

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