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Chronik Österreich
11/25/2021

Impfen ist wieder angesagt: Aber nur für den Booster

Trotz 3-G am Arbeitsplatz und Lockdowns für Nicht-Immunisierte haben Erstimpfungen weniger Schwung als Auffrischungen.

von Elisabeth Holzer

Die langen Warteschlangen vor den Impfstraßen sind trügerisch: Zwar werden in Österreich derzeit wieder rund 99.000 Personen pro Tag gegen das Coronavirus geimpft  - allerdings hauptsächlich jene, die sich die dritte Dosis abholen. Trotz 3-G-Pflicht am Arbeitsplatz und des Lockdowns für Nicht-Immunisierte  - der nach dem Ende des Lockdowns für alle wieder fortgesetzt wird  - ist derzeit der Booster alias dritter Stich gefragter denn die Erstimpfung.

Konkret hatten am 20. Oktober 65,4 Prozent der Österreicher die erste Impfung, am Dienstag waren es 70 Prozent – also ein Plus von 4,6 Prozentpunkten. Dagegen nahm die Anzahl derer, die bereits die dritte Impfung haben, um rund 13 Prozentpunkte zu.

„Die Ankündigungsauswirkung lässt nach“, bestätigt der steirische Impfkoordinator, Michael Koren. „Wir sehen an den Impfstraßen, wer sich anstellt - die Leute, die die Drittimpfung haben wollen. Die, die immer schon impfwillig waren, sind wieder da. Die Impfskeptischen bleiben weiter skeptisch.“

Auf Länder- und Bezirksebene klaffen zudem die Durchimpfungsraten weiterhin auseinander: Während in Oberpullendorf im Burgenland drei Viertel aller Bewohner vollständig immunisiert sind, betrifft dies in Braunau in Oberösterreich nur etwas mehr als die Hälfte.

Welches Bundesland führt

Apropos Oberösterreich: Trotz Impflotterie ist das Bundesland das einzige, das noch immer unter der 60-Prozent-Marke an Vollimmunisierungen liegt. Immerhin, die Oberösterreicher, die sich impfen ließen, holen sich auch den dritten Stich: Von den bis Dienstag erfolgten Booster-Impfungen lag das Bundesland mit einem Anteil von 15,6 Prozent hinter Wien (23 Prozent) und Niederösterreich (21 Prozent) an dritter Stelle.

Die übrigen Bundesländer liegen zurück, was auch mit deren Zugangshürden zu tun haben dürfte: Wien war das erste Bundesland, das unabhängig von Alter oder verwendetem Serum das Boostern für alle öffnete - und zwar vier Monate nach dem Zweitstich. Die übrigen Länder folgten erst nach und nach dem Wiener Vorbild. Sie hielten sich lange an die Vorgaben des nationalen Impfgremiums: Es empfahl Drittstiche abseits Astra Zeneca-Geimpften oder Risikogruppen erst ab sechs Monaten. Bloß „in Ausnahmefällen“ sollte dies auch für Personen gelten, die mit Pfizer oder Moderna geimpft wurden. Am Montag strich das Gremium die „Ausnahmefälle“, die dritte Dosis für alle ist somit frei.

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