CORONA-IMPFUNG: BEGINN IMPFAKTION BEZIRK SCHWAZ:

Impfung (Symbolbild)

© APA/EXPA/JOHANN GRODER / EXPA/JOHANN GRODER

Chronik Österreich
07/30/2021

Impfen mit gebrauchten Spritzen: Neue Ungereimtheiten

Zum Vorfall rund um eine Impfaktion in der voestalpine in Mürzzuschlag sind neue Ungereimtheiten aufgetaucht

von Dominik Schreiber, Kid Möchel

Um den Vorfall in der voestalpine in Mürzzuschlag ist es in der Öffentlichkeit ruhig geworden. Die Causa um eine Ärztin, die 50 Mitarbeiter mit gebrauchten Spritzen geimpft haben soll, liegt allerdings bereits bei der Oberstaatsanwaltschaft und könnte bald richtig Fahrt aufnehmen. Die Staatsanwaltschaft Leoben hat kürzlich einen Vorhabensbericht erstellt. Und es sind neue Ungereimtheiten aufgetaucht.

Die betreffende Ärztin hatte ihre Nebenbeschäftigung als Impf-Personal nicht gemeldet, obwohl das laut Ärzte-Gesetz notwendig ist. Das betroffene Unternehmen Vamed hat den Vorfall der Ärztekammer erst nach einer Woche gemeldet, auch die Staatsanwaltschaft wurde erst nach einem KURIER-Bericht verständigt. Und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein musste nun in einer parlamentarischen Frage der FPÖ zu geben, dass weder er noch sein Haus noch die Ärztekammer weiß, ob die Ärztin weitere Impfungen durchgeführt hat.
 

Laut einem anonymen Schreiben eines Mitarbeiters an den KURIER  soll es bei der Impfung im Werk der voestalpine Böhler Bleche in Mürzzuschlag sofort Verdachtsmomente gegeben haben. So gab es zwei Impf-Straßen nebeneinander, wobei aus einer pausenlos Müll entfernt wurde und aus der anderen gar nicht. Eine Ärztin hatte offenbar alle 50 Mitarbeiter geimpft, ohne die Spritzen zu wechseln. Nachdem unter dem Personal Unruhe entstanden war, wurde der Vorfall untersucht. Sofort war klar, dass die Spritzen während der Impfung nicht getauscht worden sind. Die Mitarbeiter mussten lange zittern, ob sie sich mit HIV infiziert haben. Erste Ergebnisse  ließen   hoffen, dass dies nicht passiert ist, bis zu einem endgültigen Nachweis kann es aber mehrere Wochen dauern.
 

Kritik eines Mitarbeiters

Im Schreiben eines Mitarbeiters wird heftig kritisiert, dass es tagelang keine Informationen für die Betroffenen gegeben habe. Die einzige Anweisung, die sie  innerhalb der ersten drei Tage bekommen hätten, wäre es gewesen, nicht mit Medien zu reden. Denn zu diesem Zeitpunkt hatte der KURIER nach einem Hinweis erste ausführliche Fragenkataloge an die Beteiligten ausgeschickt.
 

Die betroffene Impf-Ärztin ist jedenfalls in einem steirischen Therapiezentrum der Vamed tätig. Entsprechende Nebentätigkeiten wie Impfungen sind bei der Ärztekammer meldepflichtig, wurden in diesem Fall aber unterlassen. Doch weder Ärztekammer noch  Gesundheitsministerium hat bisher überprüft, ob die Ärztin noch an weiteren Impfungen teilgenommen hat.

Warum es überhaupt zu allem kam, ist weiterhin unklar. Die Vamed verweist auf die derzeitige Aufklärung der Justiz und will oder kann nichts dazu sagen. Warum der Vorfall erst zu spät gemeldet worden ist, erklärt die Vamed folgendermaßen: „Der Vorfall wurde Zug um Zug sorgfältig geprüft und dokumentiert und dann den Behörden gemeldet.“ Laut Staatsanwaltschaft soll jedenfalls im Laufe des Augusts eine Entscheidung fallen, ob in diesem Fall eine Anklage erhoben wird.

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