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Chronik Österreich
05/28/2021

Spritzen mehrfach verwendet? Impf-Zwischenfall wird Fall für Staatsanwalt

Wie berichtet, sollen bei einer Betriebsimpfung in Mürzzuschlag Spritzen mehrfach verwendet worden sein. Die Vamed veröffentlichte heute ein Statement.

von Dominik Schreiber, Kid Möchel

Der vom KURIER aufgedeckte Impf-Zwischenfall in Mürzzuschlag dürfte bald zum Fall für die Staatsanwaltschaft Leoben werden. Zwar war vorerst noch keine Anzeige eingetroffen, spätestens kommende Woche soll dort aber ein Tätigwerden aus eigenem Ermessen geprüft werden. Am Freitag soll aber eine entsprechende Meldung bei der Justiz eintreffen, hieß es aus gut informierter Quelle.

Wie berichtet, sollen bei der Betriebsimpfung bei einer (von zwei) Impf-Straße Spritzen von einer Ärztin mehrfach verwendet worden sein. Alle betroffenen Mitarbeiter müssen in den kommenden Wochen prüfen, ob sie mit HIV oder Hepatitis infiziert worden sind. Offenbar war Beteiligten aufgefallen, dass nach der Impfung viel zu wenig Spritzen im Mistkübel lagen. Die betroffene Ärztin wurde suspendiert. Entgegen ersten Berichten soll sich der Vorfall nicht am Mittwoch, sondern bereits am vergangenen Freitag abgespielt haben. Richtig ins Rollen kam die Sache aber offenbar erst als der KURIER am Donnerstag in der Früh mehrere Anfragen an alle Beteiligten stellte.

Mangels offizieller Information blühten innerhalb der voestalpine am Freitag die Gerüchte und Spekulationen. Vielerorts gab es Verunsicherung, schließlich laufen derzeit die betrieblichen Impfungen für insgesamt 22.000 Mitarbeiter.

Die Vamed veröffentlichte schließlich am Freitag zu Mittag folgendes Statement:

Bei der von uns durchgeführten Qualitätskontrolle am Ende jedes Impfeinsatzes haben wir festgestellt, dass bei einer der eingesetzten Ärztinnen die Anzahl der verbrauchten Impfdosen und -materialien nicht mit der Anzahl der geimpften Personen übereingestimmt haben. Die Impfungen selbst wurden - wie üblich - zur Wahrung der Privatsphäre der zu impfenden Personen unter Sichtschutz von der Ärztin in Eigenverantwortung und alleine durchgeführt. Nach nochmaliger genauer Prüfung zur vollständigen Aufklärung des Impfvorgangs hat die Ärztin erklärt, dass sie dabei einen Teil der Spritzen und Nadeln mehrfach verwendet haben könnte.

Die somit anzunehmende, individuelle medizinische Fehlleistung dieser Ärztin macht uns zutiefst betroffen. Wir haben umgehend die erforderlichen Sofortmaßnahmen eingeleitet, um den Schutz der Gesundheit aller der von uns bei diesem Impfvorgang betreuten Menschen zu gewährleisten.

Insgesamt hat diese Ärztin 59 Personen geimpft. Für mehr als 50 dieser Personen liegen die Ergebnisse der ersten von zwei erforderlichen Nachuntersuchungen bereits vor und haben keinen Hinweis auf eine Infektion ergeben.

Die Geschäftsführung der voestalpine Böhler Bleche hat alle möglicherweise betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontaktiert und informiert.

Die FPÖ sich jedenfalls einen Impf-Skandal der Sonderklasse und will zwei Anfragen (an den Gesundheitsminister und an die zuständige Landesrätin)  dazu einbringen.

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