Chronik | Österreich
31.07.2018

Hitze lässt Waldbrandgefahr steigen

Im Westen Österreichs wird aufgerufen, jegliches Feuerentzünden im Wald zu unterlassen. Auch im Süden spitzt sich die Lage zu.

Bereits seit Wochen fehlt es vor allem in Vorarlberg und Teilen Tirols an Niederschlägen. Wie berichtet, müssen auf den Almen teilweise die Tiere bereits abgetrieben werden, weil es an Wasser und Futter mangelt. Die anhaltende Hitze lässt nun auch die Waldbrandgefahr steigen. Das Land Tirol hat am Dienstagvormittag zu erhöhter Achtsamkeit aufgerufen. Die Bevölkerung wird dazu aufgerufen, "jegliches Feuerentzünden im Wald zu unterlassen. Besondere Vorsicht ist bei offenem Feuer und beim Grillen auch in Waldnähe geboten." Erhöhte Vorsicht sei landesweit geboten.

Besonders gefährlich ist die Lage im Tiroler Oberland mit den Bezirken Imst und Landeck. "Die Bodentrockenheit ist hier besonders ausgeprägt", sagt Christian Schwaninger von der Abteilung Waldschutz des Landesforstdienstes. Auch der Bezirk Reutte ist massiv betroffen. "Das ist ungewöhnlich, da es hier normalerweise mit die größten Niederschläge in Tirol gibt."

Ungewöhnlich ist aber auch - so merkwürdig das klingen mag -, dass es überhaupt im Hochsommer erhöhte Waldbrandgefahr gibt. "Die ist eigentlich im Frühjahr am höchsten, wenn nach der Schneeschmelze abgestorbenes Gehölz vom Vorjahr am Boden liegt", erklärt Schwaninger. Im Sommer würde die grüne Vegetation Schutz vor der Ausbreitung von Waldbränden bieten. Doch derzeit sind die Wiesen in vielen Gebieten verdorrt.

"Wir haben aber keine Lage wie in Schweden oder Griechenland", stellt Schwaninger klar. Sollte es aber dennoch zu Waldbränden kommen, könnten sich die Löscharbeiten schwierig gestalten. Denn aufgrund der geringen Niederschläge ist der Wasserstand in vielen kleinen Bächen niedrig.

Behördliches Feuerverbot

In Kärnten gibt es seit Dienstagvormittag das erste behördliche Feuerverbot: Die Bezirkshauptmannschaft Spittal an der Drau untersagt jegliches Rauchen im Wald sowie das Anfachen von Feuer in Waldgebieten generell. „Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, betonte Bezirkshauptmann Klaus Brandner am Dienstag, erinnert aber an die dramatische Situation vor zwei Jahren: Tagelang waren Feuerwehrleute auf der Göriacheralm im Einsatz, um gegen einen Waldbrand zu kämpfen.

Das Feuer in den Karawanken scheint dagegen endlich eingedämmt. Am Kosjak fing es am Wochenende an zu brennen, am Sonntag schien der Brand auf rund 2.000 Meter Seehöhe gelöscht. Doch abends flammten Glutnester auf. Insgesamt  warfen Polizei- und Heereshubschrauber 23.000 Liter Löschwasser über dem Gelände ab. Heute, Dienstag, soll ein weiterer Kontrollflug folgen.

In Salzburg rechnet die Landesforstdirektion damit, dass sich die Waldbrandgefahr von derzeit einigen wenigen Regionen weiter ausbreiten wird. Dienstagmittag hat die Stadt Salzburg offenes Feuer und Rauchen in den Wäldern der Stadt per Verordnung untersagt. Das trockene Wetter und die Hitze hätten die Waldbrandgefahr ansteigen lassen und das Risiko werde sich weiter verschärfen, hieß es. Um Hitzegeplagten Abkühlung zu ermöglichen werden die Öffnungszeiten der Freibäder in der Stadt bis einschließlich Sonntag auf 21 Uhr verlängert. Die Fiakerpferde bekommen zudem am Mittwoch hitzefrei. Auch wenn das erst ab Temperaturen von 35 Grad vorgeschrieben ist, die knapp nicht erreich werden dürften.

In Vorarlberg war die Trockenheit im Vergleich zu normalen Jahren heuer besonders ausgeprägt. In einem Waldstück im Bereich der Gsohlalpe/Millrütte im Gemeindegebiet von Götzis (Bezirk Feldkirch) ist am Montagnachmittag bereits ein Feuer ausgebrochen. Der Brand soll an einem Grillplatz auf einer Anhöhe im Wald entstanden sein. Da das Waldstück nicht mit Einsatzfahrzeugen erreichbar ist, wurde mittels Hubschrauber gelöscht. Verletzt wurde niemand.