Der "Supermond" im April 2020. Aufgenommen mit einer spiegellosen Digitalkamera und einer Brennweite von 600mm.

© Kevin Kada

Chronik Österreich
05/26/2021

Heute größter Vollmond des Jahres: Wie man den "Supermond" am besten fotografiert

Der "Supermond" ist eine Erfindung der Astrologie. Der KURIER erklärt, warum er dennoch größer erscheint - und wie man den Mond am besten fotografiert.

von Kevin Kada

Heute Nacht um kurz vor 21 Uhr ist es soweit. Der "Supermond" erleuchtet den Nachthimmel. Im wissenschaftlichen Sinne existiert der Ausdruck "Supermond" aber gar nicht, denn der Mond ist (bis auf leichte Abweichungen im Lauf des Jahres) immer gleich weit von der Erde entfernt. Nämlich zwischen 356.400 und 406.700 Kilometer. Die Annäherungen und Entfernungen sind mit bloßem Auge allerdings kaum erkennbar.

Warum wird der heutige Vollmond aber dennoch als "Supermond" betitelt?

Die Geschichte des "Supermondes"

Der Ursprung wird dem Astrologen Richard Nolle im Jahr 1979 zugeschrieben.

Er erwähnte vor etwas mehr als 40 Jahren zum ersten Mal den sogenannten "Supermond" und machte diesen für Vulkanausbrüche und Erdbeben verantwortlich. Tatsächlich wäre das einleuchtend, da der Mond ein großer Faktor in den Gezeitenkräften ist und nicht nur für Ebbe und Flut, sondern auch für Bewegungen in der Erdkruste verantwortlich ist.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist der Einfluss des Mondes allerdings bei kürzerer Distanz kaum belegt. Gerade einmal zwei Prozent stärker ist beispielsweise die Springflut im Durchschnitt, wenn der Mond sich in Erdnähe befindet.

Dementsprechend ließ sich ein Zusammenhang zwischen einem "Supermond" und Erdbeben oder Vulkanausbrüchen bislang nicht nachweisen. Wenngleich der Vulkan Ätna auf Sizilien seit Dienstag wieder aktiv ist und am Samstag der Vulkan Nyiragongo im Kongo ausgebrochen ist. 

Dass die Menschen auf der Erde unseren Trabanten aber in der heutigen Nacht größer wahrnehmen, hat einen anderen Ursprung.

Jetzt wird es etwas wissenschaftlicher. Der Mond ist immer gleich groß, doch die scheinbare Wahrnehmung auf der Erde ist durch seine höhere Helligkeit bedingt. Wenn der Mond näher ist, nimmt das menschliche Auge den Mond um bis zu 14 Prozent größer wahr, als den "normalen" Mond. Durch die scheinbare Größe reflektiert der Mond auch mehr Sonnenlicht, dadurch erscheint der Mond um bis zu 30 Prozent heller.

Glücksfall

Dabei handelt es sich allerdings um Extremwerte und hat auch damit zu tun, ob der Mond zum Zeitpunkt der kürzeren Distanz auch tatsächlich ein Vollmond ist. Beispielsweise gab es in den Morgenstunden des 27. April den letzten Vollmond in Österreich. Da die Distanz zum Mond aber erst in den Abendstunden geringer wurde, war es in unserer Region kein Supermond. Im Vergleich dazu war der Mond aber in den USA sehr wohl zeitgleich Vollmond und in geringerer Entfernung.

Genau diese beiden Faktoren, also kürzere Distanz und Vollmond-Phase, treffen heute Nacht zusammen und ermöglichen einen "Supermond" in Europa. Diese Phasen sind übrigens deutlich häufiger als andere Himmelsereignisse. Im Schnitt gibt es ihn vier Mal pro Jahr.

Dieser Umstand macht den Mond dementsprechend zu einem beliebten Fotomotiv, vor allem für Hobby-Fotografen und Mond-Fans. Und durch seine scheinbare Größe und Helligkeit ist er auch einfacher zu fotografieren.

Brennweite ist König

Während man in der Disziplin "Astrofotografie", also dem Fotografieren von Sternen, Planeten und Co., grundsätzlich eher auf Lichtstärke schaut, ist es beim Mond anders. Der Mond ist durch die Reflexion des Sonnenlichts deutlich heller. Dementsprechend kann man auch schon mit handelsüblichen Einsteigerkameras den Mond ohne langer Belichtungszeit fotografieren. 

Deutlich wichtiger ist die Brennweite des Objektivs. Als Faustregel gilt: Je größer man den Mond im Foto haben möchte, desto mehr Brennweite braucht man. 

Mittlerweile gibt es aber auch schon Smartphones, mit denen man den Mond einigermaßen gut fotografieren kann. Auch hier gilt wieder, dass es immer darauf ankommt, wie man den Mond in Szene setzen möchte. Will man den Mond zum Beispiel als Teil eines Landschaftsbildes mit einem Gebäude oder Bergen im Vordergrund haben, ist man mit den aktuellen Smartphone-Generationen schon gut ausgerüstet. Will man nur den Mond fotografieren, wird man um eine Kamera mit größerem Objektiv nicht herumkommen.

Wenn man übrigens den Mondaufgang beobachtet, dann wirkt der Mond tatsächlich deutlich größere, als er eigentlich ist. Hier kommt ein optisches Phänomen zu tragen: Durch die Erdkrümmung wird das Auge getäuscht und der Mond scheint nahe dem Horizont deutlich größer als er eigentlich ist. Das kann man im Laufe der Nacht auch beobachten. Je höher der Mond steigt, desto kleiner wirkt er auch.

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