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Chronik Österreich
11/29/2021

Herbst 2021 unter den sechs sonnigsten der Messgeschichte

Der heurige Herbst war laut ZAMG außerdem einer der 20 trockensten seit Beginn der Messungen - und der kühlste seit 2017.

Der meteorologische Herbst (September, Oktober, November) brachte 2021 viele Hochdruckwetterlagen und nur wenige Tiefdruckgebiete. „Daher war dieser Herbst sehr sonnig und trocken", sagt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) „die Sonnenscheindauer lag in der österreichweiten Auswertung um 22 Prozent über dem Durchschnitt, das bedeutet den sechst sonnigsten Herbst der Messgeschichte. Die Niederschlagsmenge war um 34 Prozent unter dem Durchschnitt. Das ergibt Platz 20 unter den trockensten Herbsten der Messgeschichte".

Am 15. September brachte dieser Herbst den letzten „30er" des Jahres, mit 30,4 Grad in Bad Radkersburg (Stmk), 30,3 Grad in Andau (Bgld) und 30 Grad in Wagna bei Leibnitz (Stmk). Jetzt, Ende November, liegt in fast ganz Österreich Schnee. Der Zeitpunkt der ersten Schneedecke in tiefen Lagen entsprach in etwa dem Durchschnitt.

80 Prozent der Herbste waren kühler

„Es war der kühlste Herbst seit 2017. Über die gesamte 255-jährige Messreihe im Tiefland Österreichs gesehen, waren aber 80 Prozent der Herbste kühler, weil das Klima in den letzten Jahrzehnten deutlich wärmer geworden ist." sagt ZAMG-Klimatologe Orlik.

Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Herbst im Zeitraum 1991 bis 2020 liegt der Herbst 2021 im Tiefland genau im Bereich des Mittels, auf den Bergen 0,6 Grad darüber. Im Vergleich zum Durchschnitt im Zeitraum 1961 bis 1990 war dieser Herbst im Tiefland um 0,7 Grad zu warm und auf den Bergen um 1,0 Grad.

Kältester Herbst seit vier Jahren

Der gesamte Temperaturverlauf des Herbstes 2021 zeigte wenig Auffälligkeiten. Der September 2021 gehört zwar mit einer Abweichung von +1,2 °C zu den 25 wärmsten Septembermonaten der vergangen 255 Jahre, jedoch waren der Oktober und November 2021 mit Anomalien von -0,7 °C bzw. -0,6 °C relativ kalt. Der gesamte meteorologische Herbst verzeichnete somit eine Temperaturabweichung von 0,0 °C (HISTALP-Tieflanddatensatz) zum Mittel 1991-2020. Damit ist dieser Herbst der kälteste seit dem Jahr 2017 (der um 0,3 °C kälter verlief als das vieljährige Mittel). In den Gipfelregionen des Landes war der Herbst 2021 um 0,5 °C wärmer als das klimatologische Mittel. Das lag vor allem daran, dass der September und November hier um rund 0,7°C wärmer verlaufen sind als in den Niederungen.

Über Österreich verteilt lagen die Abweichungen der Lufttemperatur verbreitet zwischen -0,4 und +0,3 °C. Nur im nördlichen Weinviertel und stellenweise im Tiroler Unterland sowie in Osttirol lagen die Anomalien mit +0,3 bis +0,5 °C etwas höher.

Niederschlagsarm

Über weite Strecken war der Herbst 2021 in ganz Österreich niederschlagsarm und vor allem die Monate September (Abw. -52%) und Oktober (Abw. -52%) waren deutlich trockener als das klimatologische Mittel. Aber auch im November gab es in den ersten zwei Monatsdrittel im Norden und Osten des Landes wenig Niederschlagsereignisse. Die letzten Novembertage brachten vergleichsweise viel Niederschlag, auch in Form von Schnee, sodass das gesamte Defizit etwas abgemildert wurde. Zurück bleibt ein insgesamt sehr niederschlagsarmer meteorologischer Herbst, der mit einer Abweichung zum Mittel von -34 Prozent, der trockenste Herbst seit 2006 war (-38%). Im Vergleich mit den vergangenen 163 Jahren (beginn der HISTALP-Niederschlagszeitreihe für Österreich), war dieser Herbst der zwanzig trockenste der Messgeschichte Österreichs.

Viel Sonne

Die trockenen Verhältnisse des gesamten Herbstes begünstigten die Ausbeute an direktem Sonnenschein. In Summe gab es im Herbst 2021 in Österreich um 22 Prozent mehr Sonnenschein. Mit dieser Abweichung ist der Herbst 2021, gemeinsam mit den Jahren 1947 und 1986, der sechst sonnigste der Messgeschichte (seit 1925). Sonniger als in diesem Herbst war es zuletzt im Jahr 2018 (der 25 Prozent über dem Mittel lag). Der September (+29 Prozent) und der Oktober (+21 Prozent) lieferten den Hauptteil zu diesem sonnigen Herbst. Im November schien die Sonne, verglichen mit einem durchschnittlichen November, um 8 Prozent länger.

Die räumliche Verteilung der Abweichungen war österreichweit sehr einheitlich. Von Vorarlberg bis ins Burgenland schien die Sonne um 10 bis 30 Prozent häufiger. Nur in Kärnten, südlich der Drau gab es ausgeglichene (+3 bis +10 %) Sonnenscheinverhältnisse in diesem Herbst.

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