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Chronik Österreich
04/15/2021

Altersschnitt auf Intensivstationen sinkt immer weiter

Hälfte aller Intensivpatienten in Wien ist unter 59 Jahre alt.

von Kevin Kada

Die britische Coronavirus-Mutation B.1.1.7. ist aktuell das große Sorgenkind der Intensivmediziner in Österreich. Und hierbei vor allem in Ost-Österreich. Laut Covid-Varianten-Analyse der AGES sind in ganz Österreich fast 65 Prozent aller Neuinfektionen mit der britischen Variante. Am stärksten betroffen ist das Burgenland. Hier wurde bei bereits 91 Prozent aller sequenzierten PCR-Tests B.1.1.7. nachgewiesen.

Warum das gerade die Intensivmediziner beschäftigt, liegt am aggressiveren Infektionsverlauf durch die britische Mutation. Die Infizierten erkranken nicht nur schneller, sondern auch stärker. Und damit ist auch die Wahrscheinlichkeit einer Intensivbehandlung deutlich höher.

Und wie sich anhand jüngster Daten zeigt, werden die Intensivpatienten immer jünger. Und das liegt nicht nur an der Durchimpfung der älteren Generation.

Mit Stand Dienstag war die Hälfte der Patienten auf den Wiener Intensivstationen unter 59 Jahre alt. 47 Prozent der Patienten sind zwischen 60 und 74 Jahre und nur drei Prozent über 75. Dadurch ergibt sich ein Altersdurchschnitt auf Wiens Intensivstationen von 60 Jahren. Noch im Herbst war dieser deutlich höher.

Ein deutliches Bild zeigt sich auch auf den sogenannten "Intermediate Care Units" (IMCU) oder auch Überwachungsstationen, welche eine Art Zwischenstufe zwischen Normal- und Intensivstation sind.

Dort werden Patienten behandelt, die einen höheren Pflegebedarf brauchen aber beispielsweise noch nicht auf ein Beatmungsgerät angewiesen sind. 

Auch dort sind 41 Prozent der Patienten in der Altersgruppe bis 59 Jahre alt. 35 Prozent sind zwischen 60 und 74 Jahre alt und, anders als auf den Intensivstationen, sind hier noch 24 Prozent der Patienten über 75 Jahre alt. 

Altersschnitt bei Neuinfektionen gesunken

Dass die neuen Varianten, allen voran jene aus Großbritannien, gerade jüngere Personen stärker betrifft, zeigt auch der Altersschnitt der Neuinfizierten. Während der Durchschnitt Ende Dezember 2020 noch bei 46,7 Jahren lag, ist dieser aktuell auf bereits 39,3 Jahre gesunken.

Wie eine Analyse des Gesundheitsministeriums zeigt, sind neun Prozent aller Intensivpatienten in Österreich unter 50 Jahren. Davon starben sieben Prozent. Den Großteil der Intensivpatienten macht mit 66 Prozent zwar weiter die Gruppe über 65 Jahren aus, aber auch hier verlagert sich die Altersstruktur immer mehr in Richtung jüngere Patienten.

1,68 Prozent aller positiv Getesteten wird derzeit intensivmedizinisch betreut. Diese Rate hat sich seit November 2020 verdoppelt, wie die Autoren der Analyse erklären. 

Interessant ist auch, wie sich die Pflegeentwicklung der Covid-Patienten gestaltet. Rund 35 Prozent der Patienten in Intensivbetreuung, also mehr als ein Drittel, sind im Beobachtungszeitraum bis Ende Februar verstorben, "wobei die Mortalität in der zweiten Epidemie-Welle in allen Altersgruppen über jener der ersten Welle lag, wie die Autoren der Analyse erklären.

Erschreckend ist, dass 55 Prozent aller Verstorbenen es nicht bis in eine Intensivbehandlung geschafft haben. Sie verstarben noch während ihrer Behandlung auf Normalstation.

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