Chronik | Österreich
12.11.2018

Grüne Pisten: Start der Skisaison auf der Kippe

Der Föhn wirbelt die Pläne der Liftbetreiber durcheinander. In Salzburg musste der erste Pistenstart abgesagt werden.

Im Oktober kassierten die Bergbahnen Kitzbühel Schelte für ein Pistenband, das sie bei herrlichem Wanderwetter auf dem Resterkogel platzierten. Ein Monat später präsentierte sich das Wetter am Montag in Westösterreich bei Föhnlage weiterhin mild – und gefährdet damit die anstehenden regulären Eröffnungen der Skigebiete.

In Hochgurgl oberhalb des Ötztals fuhren am Montag Lastwagen mit Schneeladungen bei den Liftstationen auf 2420 Meter auf. Das Skigebiet wirbt – auch neben den Bahnstationen – damit, die schneesicherste Region der Alpen zu sein. Am Donnerstag ist der Pistenstart geplant.

„In Hochgurgl wird Aufwand betrieben, damit das Werbeschild seine Berechtigung hat“, kommentierte ORF-Meteorologe Manuel Oberhuber die mit Webcam-Screenshot dokumentierte Schneelieferung auf Twitter. Mittags lagen die Temperaturen dort, wo in zwei Tagen Skifahrer ausschwingen sollen, bei über zehn Grad.

Dem Auftakt für die Wintersaison steht aber laut Alban Scheiber, Geschäftsführer der Hochgurgler Lifte, nichts im Weg. „Es geht nur um die letzten paar Meter auf der Piste“, erklärt er die Lkw-Aktion und versichert: „Weiter oben haben wir Verhältnisse wie im Hochwinter. Wir können unsere drei Paradelifte öffnen.“

Viel Schnee lag eigentlich auch schon im Skigebiet von Ischgl. Die Idalp (2320 Meter) präsentierte sich am Montag allerdings als braun-weißer Fleckerlteppich. Hier wird US-Popstar Jason Derulo kommende Woche am Samstag die Saison mit einem Konzert eröffnen. Ob die Lifte dann nur Fans oder auch Skifahrer transportieren werden, steht in den Sternen.

„Es schaut nicht gut aus. Wir können nur hoffen“, sagt Bergbahn-Chef Hannes Parth. Die Hoffnung liegt auf einer ab Montag prognostizierten Abkühlung. „Wenn wir drei Tage zum Beschneien hätten, wären wir startbereit“, sagt Parth.

Vorerst bleibt es noch mild. Wie sehr sich die Luftmassen kommende Woche abkühlen, ist laut ZAMG-Meteorologin Jutta Staudacher noch ungewiss. „Schneefall ist nicht in Sicht. Im Hochgebirge kann es aber teilweise ab Mittwoch Beschnei-Temperaturen geben“, sagt sie.

Saisonstart verschoben

Für Obertauern, Salzburgs höchstgelegenem Skigebiet abseits der Gletscher, kommt das zu spät. Die Bergbahnen müssen den geplanten Saisonauftakt am Mittwoch kommender Woche absagen. „So wie sich die Schnee- und Wetterlage derzeit darstellt, wird daraus nichts“, sagt Geschäftsführer Peter Bogensperger.

Wann es nun losgeht, steht noch nicht fest und hängt vor allem vom Wetter ab. Um die Pisten für einen Saisonstart ohne Unterstützung durch Naturschnee fertig zu bekommen, braucht es circa eine Woche Zeit.

Das Zittern zu Saisonbeginn ist für die Seilbahner schon neue Normalität. „Im Prinzip ist es wie immer in den letzten zehn Jahren. Einmal geht es früher los, einmal später“, sagt Bogensperger. Der vergangene, schneereiche Winter war da eine Ausnahme. „Da haben wir um diese Zeit schon einen Meter Schnee gehabt“, erzählt der Geschäftsführer.

Dass die Temperaturen kommende Woche zumindest eine Beschneiung ermöglichen, dass hofft Peter Marko vom Skigebiet Silvretta/Montafon in Vorarlberg. Das hätte am 23. November in durchgehenden Betrieb starten sollen. "Wenn es kalt genug wird, hoffen wir, das wir zumindest ein kleines Angebot machen können", sagt Marko. Ganz aufgegeben hat er die Hoffnung noch nicht, dass das klappt.