Chronik | Österreich
22.11.2017

Kärnten: Grüne beschließen "Probezeit" für Flüchtlinge

Beim Landeskonvent der Kärntner Grünen werden Wege aus der Krise gesucht.

Erosionsprozesse und parteiinterne Streitigkeiten haben den Kärntner Grünen in den vergangenen Monaten schweren Schaden zugefügt. Beim Landeskonvent am Samstag in Klagenfurt suchen sie nun Wege aus der Krise. Beschlossene Sache ist, dass Flüchtlinge künftig nicht mehr sofort Parteimitglieder werden können – ihnen wird eine "Probezeit" verordnet.

Bekanntlich haben die Querelen unter den Kärntner Grünen heuer im Sommer begonnen, als bei der Listenerstellung für die Nationalratswahl zahlreiche Asylwerber mitgestimmt haben, die erst kurz zuvor als Mitglieder aufgenommen worden waren. Landessprecherin Marion Mitsche blieb auf der Strecke, gründete die Liste "F.A.I.R" und tritt nun selbst bei der Landtagswahl an.

"Wir werden diese Mitgliedschaften diskutieren. Ich halte es nicht für gut, wenn wir en bloc einfach jeden aufnehmen und spreche mich für eine Probezeit aus. Die mag ein halbes Jahr oder ein Jahr dauern, das ist offen. Aber sämtliche Kandidaten sollen erst beweisen, dass sie sich zu unseren Grundsätzen bekennen", sagt Landesrat Rolf Holub. Er fungiert weiters als interimistischer Landessprecher und Leiter des höchsten Parteigremiums, des Leitungsteams.

Sprechstunde im Zug

Und er muss mangels personeller Alternativen den Ausweg aus der Krise finden. 600 Parteimitglieder und 2000 Sympathisanten wurden nach dem desaströsen Abschneiden der Kärntner Grünen bei der Nationalratswahl (2,4 Prozent) aufgefordert, Kritik zu üben. "200 eMails kamen zurück. Hauptkritikpunkt ist, dass wir weit weg vom Wähler sind", erklärt Holub. Dem will er entgegenwirken: Holub stellt sich Sprechstunden in S-Bahnen – die Premiere erfolgt am 28. November von 15:32 bis 17:19 Uhr auf der Zugfahrt zwischen Klagenfurt und Oberdrauburg.