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Chronik Österreich
01/10/2022

Großes Fragezeichen hinter den PCR-Test-Kapazitäten

In Wien wird seit Montag auch in Volksschulen und Unterstufe gegurgelt. Omikron stellt Österreichs Testsystem auf die Probe

von Christian Willim, Kid Möchel

Etwas mehr als eine halbe Million PCR-Tests an einem einzigen Tag in ganz Österreich, das war laut Gesundheitsministerium bisher der höchste Wert in der Pandemie. Mit Omikron werden die Infektionszahlen aber voraussichtlich in bisher ungekannte Höhen getrieben.

Die Politik ruft zudem zum regelmäßigen Testen auf, weil mit der neuen Virusmutation Angesteckte bereits nach zwei Tagen zum Übertrager werden können. Das verkürzt die Aussagekraft eines negativen PCR-Tests.

Nach einem Testgipfel vor zwei Wochen, in dem es auch um die Kapazitäten in den Ländern ging, ist aber weiter unklar, wo die mögliche PCR-Oberkante liegt. Denn das Massentesten funktioniert laut einem Ministeriumssprecher „relativ gut, so lange die Positivrate niedrig ist“.

Je höher die Quote an Infizierten unter den Getesteten ist, desto langsamer wird aber die Auswertung. Denn die Labore setzen im Sinne der Geschwindigkeit auf Pooling. Dabei wird eine große Zahl an Proben gleichzeitig untersucht. Ist ein positiver Test dabei, beginnt mit weiteren Durchläufen die Suche nach dieser Probe. Und das kostet Zeit. Deshalb ist es laut Gesundheitsministerium auch nicht möglich zu sagen, wie viele PCR-Test pro Tag maximal möglich sind.

Für Wien hat Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) angekündigt, dass ab dieser Woche „PCR-Testkapazität für 3,5 Millionen Tests pro Woche zur Verfügung stehen“. Damit könnte allein die Bundeshauptstadt das bisherige Tagesmaximum von ganz Österreich stemmen.

„Wir hatten am Montag mehr als 500.000 Proben, wovon der Großteil von ,Alles gurgelt’ in Wien kommt, aber auch Proben von den Gurgelboxen des Wiener Magistrats, dazu ein paar Proben aus Salzburg und Oberösterreich“, sagt der Mediziner Michael Havel, Chef des Laborbetreibers Lifebrain.

Lifebrain gerüstet

„Wir haben uns auf die Wand von Omikron-Infektionen vorbereitet. Sie ist für uns kein Problem, da wir seit November begonnen haben, die Ressourcen hochzuschrauben.“ Lifebrain habe dabei die Kapazitäten um 300.000 Proben erhöht und hat in den vergangenen sechs Wochen 400 Mitarbeiter eingestellt.

Zugleich haben am Montag auch in den Volksschulen und in der Unterstufe in Wien die Gurgeltests begonnen. Allein an den Wiener Volksschulen geht es um bis zu 70.000 Tests pro Tag.

Im Schnitt dauert es bei Lifebrain 16 bis 17 Stunden, bis man das Ergebnis der PCR-Tests erhält. Spannend ist dabei, dass die Positivitätsrate von 3. Jänner auf 6. Jänner verdoppelt hat und am vergangenen Wochenende bei 2,57 Prozent lag.

Die anderen Bundesländer haben im Gegensatz zu Wien erst in den vergangenen Wochen begonnen, ihr PCR-Kapazitäten aufzurüsten. Wie Omikron-resistent ihre Systeme sind, wird sich zeigen.

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