Gilbert Sandner ist Sicherheitsmanager, aber auch Feuerwehrmann.

© Stadt Graz / Foto Fischer

Graz
04/26/2021

Grazer Sicherheitsmanager: „Ich bin ein Fan von Checklisten“

Welche Maßnahmen der neue Sicherheitsmanager für die Stadt plant.

von Elisabeth Holzer

Wer durch Graz spaziert, kommt um eine markante Baustelle mitten in der Innenstadt nicht herum: Die Sporgasse wird aufgegraben, um Platz zu schaffen für Bäume und Poller, die jedoch als Sitzgelegenheiten getarnt sind. „Das Ziel war ja nicht, bei den Menschen Unwohlsein und Unsicherheit zu erzeugen“, begründet Gilbert Sandner. „Sondern die Maßnahme auch mit einem weiteren Nutzen zu verbinden.“

Seit Monatsbeginn ist der 31-Jährige Sicherheitsmanager der Stadt Graz, er hat das Amt von langjährigen Leiter Wolfgang Hübel übernommen, der in Pension ging. Übernommen hat Sandner damit auch das Projekt, Graz sicherer zu machen: Nach der Amokfahrt Alen R.s im Juni 2015 durch die Innenstadt mit drei Todesopfern und mehr als 100 Verletzten sowie den IS-Terrorfahrten in europäischen Städten wurden Vorkehrungen nötig.

Bänke und Masten

Die Bauten in der Sporgasse sind die letzten in einer langen Reihe, sie werden in den kommenden Wochen fertig gestellt. Bereits installiert sind entsprechende Vorkehrungen etwa auf dem Lendplatz und Kaiser-Josef-Platz, beliebten Märkten und Treffpunkten.

Diese Einrichtungen sind aber ganz nach dem Wunsch der Stadtregierung nicht automatisch als Schutzmaßnahmen erkennbar: So wurden etwa die Bänke für die Marktstände massiv verstärkt, ebenso die Licht- und Ampelmasten.

Zusammen mit versenkbaren Pollern sind sie darauf ausgelegt, potenzielle Amokfahrer zu stoppen, sie sollen Lkw mit bis zu 7,5 Tonnen standhalten können.   Für die Herrengasse, durch die auch Alen R. raste, wurde bisher aber noch keine Lösung gefunden: Wochentags fahren dort im Minutentakt Straßenbahnen, das schließt Absperrungen aus.

15 Krisenpläne

Sandners Ressort greift aber viel weiter:  Zivilschutz, Hochwasserschutz oder  Sicherheit in Amtsgebäuden gehören zu seinen Aufgaben, im Ernst- oder Katastrophenfall ist er auch Teil des Krisenstabes, der Sicherheitsmanager gehört derzeit etwa auch zum Corona-Einsatzstab.

In seiner virtuellen Schublade hat Sandner  an die  15 Krisenpläne für diverse Notfälle in der Stadt  griffbereit, vom Erdbeben über Gefahrenstoffaustritte in der Stadt bis zu radioaktiver Strahlung, Amokläufen und Terroranschlägen. „Ich bin ein Fan von Checklisten“, begründet Sandner. „Auch wenn vielleicht nicht zu 100 Prozent das passiert, was drin steht,  ist man doch gut vorbereitet.“

Bewohner mitnehmen

Im Hochwasser-Notfallplan sind beispielsweise Maßnahmen klar an die Pegelstände der Mur geknüpft. Wichtig sei aber, dies nicht nur intern zu kennen, sondern auch den Grazern verständlich zu machen. „Corona hat gezeigt, dass es schwierig werden kann, wenn es um den Zusammenhalt in einer Krise geht“, überlegt Sandner. „Wir können noch so gut vorbereitet sein und Szenarien abarbeiten, aber letztlich mus die Bevölkerung Informationen bekommen und gebrieft werden.“

Krisenerprobt ist der 31-Jährige jedenfalls: Als Feuerwehrmann hatte er Einsätze etwa in St. Lorenzen in der Obersteiermark, wo eine Mure 2012 den halben Ort mitriss und Dutzende Häuser verschüttet wurden, auch bei Großbränden stand er bereits im Dienst.

Als Feuerwehrmann bleibt Sander übrigens weiterhin im Dienst, er ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Gössendorf in Graz-Umgebung Brandinspektor.

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