Chronik | Österreich
21.06.2017

Gluthitze, Dürre und Sorgen wegen Sonnwendfeuern

Hitzewelle rollt an: Feuerwehren sind in Alarmbereitschaft, Flurbrände und Ernteausfälle befürchtet.

Die Sonne glüht vom Himmel. Die Erde ist staubtrocken und das Gras schon an vielen Stellen so dürr wie Stroh, weil es seit Wochen kaum geregnet hat. Laut Wetterdienst Ubimet wird sich daran so bald nichts ändern. Österreich steht am Anfang einer anhaltenden Hitzewelle. Darunter leiden Mensch, aber insbesondere auch Tiere.

Mindestens bis Mitte nächster Woche soll es heiß bleiben – bei Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad Celsius. Während die Landwirte aufgrund der Trockenheit bereits mit großen Ernteausfällen rechnen müssen, stehen viele Feuerwehren wegen der steigenden Waldbrandgefahr in höchster Alarmbereitschaft. "Schon ein Funke könnte ausreichen, um einen Brand auszulösen", sagt Ubimet-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. Deswegen gibt es für die bevorstehenden Sonnwendfeuer in allen Bundesländern – etwa auch bei der traditionellen Wachauer Sommersonnenwende – schärfere Bestimmungen.

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"Am Dienstag sind neue Auflagen dazu gekommen", sagt Pyrotechniker Thomas Köchl, der für die Feuerwerke am Samstag in der Wachau verantwortlich ist. "Wir werden statt Raketen Schusskisten nützen. Außerdem werden kleinere Holzhaufen fern von Wäldern angezündet. Überall dort sind auch Feuerwehrleute im Einsatz, die alle Plätze mit Wasser besprühen. Die Einsatzkräfte sind auch angewiesen, eine Stunde länger auf die Feuerstellen aufzupassen, um sicher zu sein, dass es keine Glutreste mehr gibt." Köchl ist überzeugt, dass alles funktionieren wird, "weil die Beteiligten Erfahrung haben und wissen, was bei Trockenheit zu tun ist".

Einsätze

Trotzdem ist die Situation bereits kritisch. In Niederösterreich und Tirol gab es zuletzt mehrere Flur- und Waldbrände. Eine Böschung war etwa nahe der A1 bei Oed im Bezirk Amstetten in Brand geraten. Das sorgte wegen der starken Rauchentwicklung für Gefahren auf beiden Fahrbahnen. Schon in zwölf Bezirken Niederösterreichs wurde die Waldbrandverordnung in Kraft gesetzt. Das heißt, dass Rauchen, jegliches Feuer entzünden, das Wegwerfen von brennenden und glimmenden Gegenständen, aber auch das Wegwerfen von Glasflaschen in allen Waldgebieten und in Waldrandnähe verboten ist. Schon jetzt hat sich im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Waldbrände in NÖ verdreifacht.

Folgen hat die erlassene Waldbrandverordnung auch im Bundesland Salzburg. Alle Sonnwendfeuer in der Nähe von Wäldern müssen abgesagt werden. Der Wetterbericht habe den Behörden keine andere Wahl gelassen, sagt Wolfgang Fizek, Forstchef der BH Salzburg-Umgebung für Flachgau. Auch in fast allen Bezirken Kärntens – mit Ausnahme von Wolfsberg – und in Oberösterreich sind Verordnungen in Kraft getreten. In Tirol gibt es vorerst nur Warnungen. Ob es hier zu Verboten kommen wird, ist noch nicht entschieden.

Sorgenfalten haben aber auch viele Bauern, weil kein Regen in Sicht ist und die Pflanzen nicht weiterwachsen. "Schäden wird es bei allen Früchten geben. Die Ernte wird deutlich unter dem Jahresschnitt bleiben", vermutet Landwirt Dietmar Hipp aus Niederösterreich.