Das Mehrparteienhaus in Feffernitz, in dem die Kärntnerin tot aufgefunden wurde

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Chronik Österreich
08/19/2019

Mord an schwangerer Frau: 35-Jähriger unter Verdacht

Bei dem Verdächtigen könnte sich um den Vater des ungeborenen Kindes handeln.

von Konstantin Auer

Nach dem Mord an einer 31- jährigen, hochschwangeren Frau in Feffernitz im Bezirk Villach-Land in der Nacht auf Samstag wurde am Sonntag ein Verdächtiger festgenommen und befragt. Es handelt sich dabei um einen 35-jährigen Kärntner, der die Frau gekannt haben dürfte.

Er ist laut der Klagenfurter Staatsanwaltschaft „dringend tatverdächtig“. Der Mann zeigte sich aber nicht geständig. Ein DNA-Abgleich soll außerdem klären, ob das ungeborene Baby von ihm war. Die Frau war im neunten Monat schwanger.

Untersuchungshaft beantragt

Es werde aber auch noch in andere Richtungen ermittelt: „So lange wir kein Geständnis haben, müssen wir von weiteren Verdächtigen ausgehen“, sagt die Staatsanwältin. Bei einem Mord müsse man  „allen Eventualitäten nachgehen“.  Für den 35-jährigen wurde nun Untersuchungshaft beantragt – ein Richter entscheidet innerhalb von 48 Stunden.

Auch das Obduktionsergebnis und damit die Todesursache  der dreifachen Mutter liegt der  Behörde mittlerweile vor. „Die Ursache wurde uns bisher aber nur mündlich weitergegeben  und wir veröffentlichen nur schriftliche Ergebnisse“, sagt Frimmel-Hesse zum KURIER.

Es seien außerdem noch nicht alle Umstände der Tat geklärt. Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung der Behörden habe ermittlungstechnische Gründe – man wolle etwa kein Täterwissen veröffentlichen.

Wahrscheinlich ist aber, dass der Täter die Frau kannte. An der Wohnung wurden keine Einbruchsspuren festgestellt, die Frau könnte ihn selbst in die Wohnung gelassen haben. Nachbarn sollen die Polizei verständigt haben, weil sie Lärm gehört hätten. Die Beamten fanden die 31-Jährige dann  tot in der Badewanne.

Kinder nun beim Vater

Das Opfer lebte alleine mit ihren drei Kindern. Diese seien, obwohl zwei davon in der Wohnung waren, „definitiv keine Tatzeugen“ gewesen, sagt Frimmel-Hesse. Ob sie etwas gehört hätten, ist unklar.

KÄRNTEN: MORDALARM - HOCHSCHWANGERE KÄRNTNERIN TOT IN BADEWANNE GEFUNDEN

Der  neunjährige Sohn  wird nun von der Großmutter betreut. Die zwei kleineren Kinder, ein dreijähriger Bub und ein vier Jahre altes Mädchen, wurden bei ihrem leiblichen Vater untergebracht.

Zeugen wollen nach der Tat einen blonden Mann aus der Siedlung in Neu-Feffernitz Richtung Osten fliehen gesehen haben. Ob es sich um den nun Festgenommenen handelt, könne man nicht sagen. „Die Beschreibung ist relativ vage, sie passt fast auf jeden Dritten“, meint die Staatsanwältin.

Das Landeskriminalamt Kärnten sichert unterdesseren die Spuren in der Wohnung der Frau.  Man überprüfe und befrage zudem das gesamte Umfeld der Toten. Die Polizei bittet weiterhin, dass sich mögliche Zeugen unter der Telefonnummer 059133/20/0 melden.