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Chronik Österreich
02/19/2019

Geldflüsse: Üble Vorwürfe gegen Gewerkschaftsspitze

„Schlammschlacht“: Insider ortet dubiose Zahlungsflüsse. Die Beteiligten bestreiten das aber vehement.

von Dominik Schreiber, Kid Möchel

„Ich sehe dem sehr gelassen entgegen, bei uns kann gerne alles genau geprüft werden“, sagt Manfred Wiedner, FCG-Bundesvorsitzender im Zentralausschuss der Post. Gegen ihn werden in einer anonymen Anzeige an die Staatsanwaltschaft Wien – die dem KURIER vorliegt – schwere Vorwürfe erhoben.

Der Briefeschreiber dürfte jedenfalls über Insiderwissen verfügen, ist dem Schreiben doch ein Dauerauftrag vom Gewerkschaftskonto an Wiedners Frau beigelegt. Darin ist von 500 Euro zu lesen, zahlbar von 15. April an monatlich bis in das Jahr 2099, die Zahlungsreferenz dafür lautet „Lohn“.

Wiedner sagt, dass seine Frau „so etwa im Jahr 2012 oder 2013“ kurz eine Art Gewerkschafts-Café am Volkertmarkt in Wien-Leopoldstadt geführt hat. „Sie hat dort drei Tage in der Woche gearbeitet“, sagt Wiedner. Eigentlich habe aber er die 500 Euro Lohn pro Monat privat bezahlt. Er habe den Betrag an die Gewerkschaft überwiesen und diese habe dann die Summe an seine Frau weitergeleitet. Das hatte „steuerliche Gründe“, sagt Wiedner. „2014 war das aber schon wieder vorbei“.

„Ungerechtfertigt“

In der Anzeige werden vier weitere FCG-Spitzenfunktionäre genannt. Diesen seien „monatlich ungerechtfertigt“ Gelder ausbezahlt worden, behauptet der angebliche Insider. „Ich bin sehr überrascht, aus meiner Sicht ist da gar nichts dran“, sagt einer der genannten Spitzengewerkschafter der Fraktion christlicher Gewerkschafter (FCG). „Ich weise zurück, dass ich unberechtigte Zahlungen erhalte.“ Von den Zahlungen Wiedners rund um ein Café an seine eigene Frau wisse er nichts. Die Anzeige selbst interessiert ihn nicht. „Ich bin darauf nicht neugierig“, sagt der FCG-Gewerkschafter. „Ich gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft die Anzeige genau prüft und erkennt, dass die Vorwürfe aus der Luft gegriffen sind.“

Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigt, dass die Anzeige erst kürzlich eingelangt ist und nun von einem Staatsanwalt geprüft werde.

Wiedner vermutet gar „eine Retourkutsche“ dafür dass „kürzlich ein hochrangiger FSG-Funktionär unter Verdacht geraten ist, 88.000 Euro abgezweigt zu haben“.

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