© KFV/Moritz Nachtschatt

Forstarbeit
11/01/2020

Gefährliche Unachtsamkeit bei der Forstarbeit

Das Verletzungsrisiko wird massiv unterschätzt / Der Fichtenholzpreis zog wieder an

von Roland Pittner, Claudia Koglbauer-Schöll

Herabfallende Äste, Bäume, die in die falsche Richtung fallen, oder das Abrutschen mit der Motorsäge. Waldarbeiten sind gefährlich und schnell sind Unfälle passiert.

Trotzdem unterschätzen vor allem viele private Waldbesitzer die Gefahr. Laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) müssen in Österreich rund 1.500 Personen pro Jahr aufgrund von Unfällen bei der Waldarbeit im Krankenhaus behandelt werden. Die Hälfte der Personen, die sich verletzen, sind Männer ab 60 Jahre. Denn diese würden weniger auf Schutzausrüstung setzen als jüngere Waldarbeiter, wissen die Experten.

Überschuss

Dass die Waldarbeit auch für die Wirtschaft eine wichtige Rolle spielt, das kann Herbert Stummer, Geschäftsführer des burgenländischen Waldverbandes mit Zahlen belegen. „In Österreich gibt es entlang der gesamten Wertschöpfungskette Holz einen Außenhandelsüberschuss von 4,6 Milliarden Euro“, rechnet Stummer vor. Demnach seien im Vorjahr Importe in der Höhe von 6,13 Milliarden Euro den Exporten in der Höhe von 10,73 Milliarden Euro gegenübergestanden. Nach dem Tourismus sei Holz der zweitwichtigste Devisenbringer in Österreich. „Und Holz ist ein Rohstoff, der vor unserer Tür wächst.“

Holz, das als Baustoff und für die Einrichtungen verwendet wird, werde im Moment stärker nachgefragt. Fichtenholz habe etwa im vierten Quartal preislich wieder angezogen. Das steigende Interesse an Bauholz wirke sich aber nicht nur auf die Forstwirtschaft positiv aus. „Kein anderer Rohstoff ist so gut für das Klima wie Holz“, sagt der Forstexperte. Bäume nehmen auf und wandeln es mithilfe der Sonnenenergie in Kohlenstoff um und speichern diesen in Form von Holz.

Weniger gut sei derzeit die Nachfrage nach Holz für die Papierindustrie, sehr schlecht stuft Stummer die Situation am Energieholzmarkt ein.

Holz das vom Borkenkäfer befallen ist, sowie Wind- und Schneebruchholz habe in den vergangenen Jahren um 64 Prozent zugenommen. Auch wenn sich die Aktivität des Borkenkäfers diesen Sommer durch die feuchte Witterung etwas verlangsamt habe: „Die Schadholzverarbeitung muss rasch verlaufen. Dazu kommt noch das Angebot aus dem Ausland, das am heimischen Markt die Preise drückt.“

Dabei würde das Interesse der Menschen nach dem Heizen mit Holz durchaus steigen. Durch die bessere werdende Isolierung der Häuser werde aber wiederum weniger Brennholz benötigt.

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