Der Großteil der Feuerwehrleute wird erst in Phase 3 geimpft

© Kurier/Jeff Mangione

Chronik Österreich
02/16/2021

Feuerwehr wurde aus dem Impfplan gelöscht

Im Gegensatz zur ersten Version vom Jänner werden die 340.000 Ehrenamtlichen in der geltenden Fassung nicht erwähnt.

von Elisabeth Holzer, Martin Gebhart

Polizei, Rettungsdienst, Strafvollzug, öffentliche Verwaltung, Gerichte: Die aktuellste Version des Planes, welche Personengruppen wann Corona-Impfungen erhalten sollen, ist doch recht detailliert. Auf fünf Seiten wird aufgeschlüsselt, wer in welcher der drei Phasen drankommt.

Ein Begriff fehlt allerdings: Feuerwehr.

„Wir werden nicht einmal erwähnt“, ärgert sich Albert Kern, Präsident des Bundesfeuerwehrverbandes. „Das ist absolut unerklärlich.“ Zumal seine Organisation in der ersten Fassung des Impfplans vom 12. Jänner noch genannt war, und zwar im selben Satz mit Bundesheer, Polizei, öffentlichen Verkehrsunternehmen oder der Abfallwirtschaft.

Doch schon in der adaptierten Version vom 1. Februar waren die Feuerwehrleute nicht mehr dabei: Sie wurden rausgestrichen.

Der Protest der Feuerwehr und der Länder -  in deren Kompetenz das Feuerwehrwesen dem Grunde nach liegt - war vergeblich, es blieb dabei: Auch in der aktuellen Fassung vom 11. Februar sind die Feuerwehren nicht enthalten, im Gegensatz etwa zu Heer oder Polizei, deren Bedienstete in Phase 2 an die Reihe kommen sollen.

Erlass für die Länder

Diese Version des aktuellen Impfplans gilt laut Sozialministerium als Erlass – verbindlich für alle Bundesländer. Da passe etwas nicht zusammen, merkt Kern an: „Erst heißt es, Feuerwehr ist Ländersache, und dann gibt der Bund etwas heraus, das verbindlich ist.“ Einige Bundesländer, darunter etwa Niederösterreich oder Salzburg, planen indes, die Feuerwehrleute mit anderen Blaulichtorganisationen, etwa der Polizei, gleichzusetzen. Was wiederum dem Impfplan nicht entspricht: Die Länder dürften gar keine Vorreihung vornehmen, heißt es aus dem Sozialministerium.

„Unser Handicap ist anscheinend, dass wir zu viele sind“, ärgert sich Albert Kern. „Es gibt viele Feuerwehren in Österreich und viele Mitglieder, aber die Zahl schreckt offenbar manche ab.“ Die Feuerwehren haben rund 340.000 ehrenamtliche Mitglieder, 250.000 von ihnen im aktiven Dienst, die im Vorjahr zu 230.000 Einsätzen gerufen wurden. „Das wäre unbezahlbar, wenn man das zahlen müsste“, mahnt Kern.

Das Sozialministerium bestätigte am Dienstag, dass der Großteil der Feuerwehrleute erst in der allgemeinen Phase 3 an die Reihe kommt. Ausgenommen sind jene, die etwa in Teststraßen aushelfen, sie sind wie medizinisches Personal oder Polizisten in Phase 2 dran. Und warum dann keine Erwähnung der Feuerwehr? „Um Verwirrungen zu vermeiden“, heißt es.

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