Fastentagebuch, Teil 8: Wenn nur der Geruch des Verbotenen bleibt

Frau riecht an Schokolade
Die Fastenzeit schreitet zügig voran, die KURIER-Redakteure gewöhnen sich nur allmählich daran, dass Alkohol und Zucker keine Rolle mehr spielen (dürfen).

Die Halbzeit ist geschafft,  es geht abwärts, die Tage bis Ostern sind nun weniger als jene seit Fastenbeginn. In knapp zweieinhalb Wochen haben wir den öffentlichen "Wir-üben-uns-im-Verzicht"-Selbstversuch erledigt - dann darf auch wieder Schokolade oder Kuchen, ein Glas Wein oder Bier genossen werden.

Elisabeth Holzer-Ottawa

Erstaunlich, aber wahr: An den Entzug geliebter Genussmittel gewöhnt sich der, der das tut, leichter als die Umgebung, die das beobachtet. (Glaubt der Betroffene jedenfalls.)  Oder vielleicht leidet die Umgebung mehr mit als man denkt? (Wegen der Launen der Fastenden?)

Aber dann das: Die Beste aller Schwägerinnen - meine - ist auch die Beste aller privaten (Zucker)Bäckerinnen. "Bist eh nicht traurig, wenn du heute keinen Kuchen kriegst?" Sprach's und stellte zwei Teller voll appetitlicher Happen auf den Tisch. Neben mir. Vor meine Eltern. (Angeblich war der Schokokuchen sehr gut.)

Und ich blieb standhaft. (Falls Sie übrigens irgendwann einmal eine Frau an einem Kuchen schnuppern sehen wie am Bouquet eines guten Weins - sagen Sie doch "Hallo" zu mir.)

Uwe Mauch

Hops! Auf dem Bahnhof in Salzburg lachte mich kein Schokokuchen an, dafür das: Eine Flasche mit der Aufschrift "Hops". Langsam müde von den bisherigen antialkoholischen Aufwartungen (warme Frucade, Himbeersaft, ungesüßter Tee, Leitungswasser und so weiter), schickte das Kleinhirn den Befehl aus: Sofort probieren!

Fastentagebuch, Teil 8: Wenn nur der Geruch des Verbotenen bleibt

Keine schlechte Idee: Zwar sind bei mir Hopfen und Malz verloren, aber die Hopfenlimonade mit Zitronengeschmack als Lebensabschnittspartner (bis Ostern!) habe ich in Salzburg gewonnen: So ließe sich der erste Eindruck gut zusammenfassen.

Mal sehen, ob man so etwas auch in Wien bekommen kann. Die Homepage einer österreichischen Brauerei mit ihren Euphemismen spricht mich jetzt nicht unbedingt an, aber gut, ich werde in den kommenden Tagen mehr hopsen.

Pssst, Elisabeth: Angeblich mit ganz wenig Zucker, und Geruch eher undefinierbar.

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