Chronik | Österreich
28.02.2015

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Lansky

Der Anwalt stehe im Verdacht, in der Causa Aliyev für den kasachischen Geheimdienst zu arbeiten. Dem KURIER liegen umfangreiche Aktenvermerke vor, die den Verdacht der Staatsanwaltschaft erhärten.

Die Staatsanwaltschaft Wien führt ein Ermittlungsverfahren gegen den Rechtsanwalt Gabriel Lansky wegen § 256 StGB (Geheimer Nachrichtendienst zum Nachteil Österreichs). Er steht im Verdacht, in der Causa Aliyev für den kasachischen Geheimdienst KNB zu arbeiten. Der Verein "Tagdyr", den Lansky vertritt, sei eine kasachische Tarnorganisation. Lansky bestreitet dies, und erklärt, dass es sich bei "Tagdyr" um eine regierungsunabhängige NGO der Opferwitwen von ermordeten Bankmanagern handle.

Der Staatsanwaltschaft Wien und dem KURIER liegen aber jetzt umfangreiche Mails und Aktenvermerke aus der Kanzlei Lansky vor, die den Verdacht der Staatsanwaltschaft erhärten. Einige Auszüge:

Aktenvermerk von 29. Juni 2009: " Gabriel Lansky informiert Herrn D., dass LPG zwar nicht die Republik Kasachstan, wohl aber den Fonds der Opfer von Aliyev ("Tagdir" aus dem kasachischen "Schicksal") vertritt, der dem Außenministerium untergeordnet ist, daher könnte man sagen, mittelbare Vertretung der Republik Kasachstan in diesem Auslieferungs- und anderen Verfahren."

Aktenvermerk 4. Dezember 2009: "Die Strategie, die sich nun abzeichnet, ist nun die, dass der Fonds das Reisebudget übernimmt und die Generalstaatsanwaltschaft über D. Weisungen erteilt."

Auch umfangreiche Operationen gemeinsam mit dem KNB sind dokumentiert. Eines der wesentlichen Ziele der Kasachen war es, die österreichischen Medien zu beeinflussen:

Freitag, 10. Juli 2009: "Durch Einfluss auf die öffentliche Meinung soll Druck auf die Behörden/Gerichte erzeugt werden, den Anträgen der Republik Kasachstan stattzugeben und die Auslieferung zu bewilligen oder zumindest die straffällige Verfolgung in Österreich fortzusetzen."

Lansky weist die Vorwürfe in einer Aussendung zurück, die genannten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft seien bereits seit 2011 anhängig und "ein uralter Hut".

Die ganze Geschichte lesen Sie im ePaper und in der Sonntagsausgabe des KURIER.