Wetterkapriolen im Februar: Zwischen Föhn, Regen und Sturm
Es bleibt großteils trüb und regnerisch
Zusammenfassung
- Der Jänner 2026 war in Österreich um rund ein Grad kälter als das aktuelle Mittel, aber im Vergleich zu früheren Jahrzehnten durchschnittlich.
- Während in Österreich trübes, mildes Wetter mit Föhn und regionalem Glatteis herrscht, erleben Norddeutschland und die USA extreme Kältewellen.
- Der Polarwirbel und ein gestörter Jetstream verursachen die Kälte in den USA und Norddeutschland, für Österreich bleibt das Wetter vorerst unauffällig.
2026 legte mit dem unterkühlten Jänner gleich einmal einen Kaltstart hin: Der Monat war um rund ein Grad zu kalt, verglichen mit dem langjährigen Mittelwert zwischen 1991 und 2020.
Geht man eine Beobachtungsperiode zurück (1961 bis 1990), ginge der Jänner 2026 als Durchschnitt durch, er wäre sogar um 0,5 Grad zu warm gewesen, berechnen Meteorologen des Wetterdienstes Ubimet: "Ein weiterer Beweis, wie sehr der Klimawandel bereits Wahrnehmung und Relationen verschoben hat."
Föhn treibt Temperaturen nach oben
Der Februar startete im Flachland meist trüb, grau und regnerisch - und am Dienstag geht es auch stürmisch zu: Für Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederrösterreich und die Steiermark hat die UWZ deshalb Wetterwarnungen ausgegeben. Dazu kommt auch Föhn, der die Tageshöchstwerte regionsweise auf bis zu 13 Grad treibt.
Die restliche Woche bleibt laut Wetterdienst Ubimet im "einstelligen Plusbereich": Für Mittwoch werden Tageshöchstwerte von 0 bis 8 Grad erwartet, doch es droht speziell im Osten erneut gefrierender Regen und somit Glatteis.
Donnerstag und Freitag liegen die Temperaturen auf ähnlichem Niveau. Neuschnee wird nur in höheren Lagen ab 800 Meter erwartet. Am Wochenende steigt die Schneefallgrenze noch weiter. Also soweit alles im üblichen Februar-Bereich.
Dauerfrost bei den Nachbarn
Gar nicht üblich ist dagegen die Kältewelle bei den Nachbarn, im Norden und Osten Deutschlands herrscht Dauerfrost.
Auch in weiten Teilen der USA herrscht seit Tagen eine Kältewelle mit Tiefstwerten von bis zu minus 33 Grad (West Virginia) - und sogar im eigentlich dauersonnigen Florida hat es Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.
Und was hat der Polarwirbel damit zu tun?
Norddeutschland liegt derzeit im Einfluss eines Hochs über Skandinavien, das polare Kaltluft ins Land schiebt. In den USA wiederum wird der Polarwirbel in 10 bis 50 Kilometern Höhe für die Extremtemperaturen verantwortlich gemacht. Kommt es zu Störungen, kann er zerfransen oder sich gar teilen: Damit schiebt er - vereinfacht ausgedrückt - Kälte dorthin, wo sie nicht unbedingt erwartet wird, wie eben derzeit in Florida zu beobachten.
Zwei Phänomene gehen hier Hand in Hand.
Polarwirbel: Ein großes Tiefdruckgebiet, das in etwa 10 bis 50 Kilometern Höhe liegt, also in der Stratosphäre. Es gibt zwei davon - den arktischen Polarwirbel über dem Nordpol und den antarktischen über dem Südpol. Wird in Europa und den USA vom "Polarwirbel" gesprochen, ist meist der arktische gemeint. Durchschnittlich beträgt seine Geschwindigkeit 250 km/h und mehr. Üblicherweise hängt der Polarwirbel konstant über dem Pol, dort sammelt sich die kalte Luft. Erwärmt sich jedoch die Stratosphäre, kann sich dieses Tiefdruckgebiet verformen oder sogar teilen.
Jetstream: Eine Art Starkwind, der am unteren Rand des Polarwirbels verläuft und Tief- und Hochdruckgebiete beeinflusst. Ist der Wirbel gestört, wird auch dieses Band geschwächt - eine Folge sind extreme Kälteeinbrüche in üblicherweise wärmeren Regionen.
Was bedeutet das für Österreich?
"Vorerst wenig", beruhigen die Experten der Ubimet: Die Kältewelle aus dem Norden erreicht Österreich nicht, außerdem schiebt sich ein Tief mit feuchterer Luft über das Land. Die nächsten Februartage gehen somit weiter, wie der Monat in weiten Teilen Österreichs begonnen hat - trüb, grau und regnerisch.
Kommentare