Strenge Kälte, hohe Preise: Wie der Winter Haushalte belastet

Eine Bewohnerin dreht am Thermostat  - weil es draußen kalt ist.
Niedrigere Temperaturen als in den Vorjahren sorgen dafür, dass Haushalte länger und intensiver heizen müssen. Warum der Frost auch zum Problem für Wochenendhäuser werden kann.

Vielerorts zeigte sich der Jänner tief-winterlich, die Temperaturen blieben auch tagsüber oft im Minusbereich. Vor allem im Osten des Landes war es seit dem Jahreswechsel eisig kalt. Das belegen auch aktuelle Zahlen: Laut ORF-Wetterredaktion war der Jänner 2026 um zwei Grad kälter als ein durchschnittlicher Jänner im Vergleichszeitraum 1991 bis 2020.

Die Kälte wirkt sich auch auf das Preisgefüge bei Energie aus: Denn die niedrigen Temperaturen machen sich auf dem europäischen Gasmarkt bemerkbar. Seit rund zwei Wochen geht es mit dem Preis für Erdgas stark nach oben. Die Ursachen sind neben dem höheren Gasverbrauch die niedrigen Füllstände der Gasspeicher.

frozen house, winter in Lapland, Sweden, Norrbotten

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Es wird teurer

Auch die Netzkosten für Erdgas werden heuer erhöht, und zwar im Durchschnitt um 18,2 Prozent, geht aus Daten der Regulierungsbehörde E-Control hervor. Die Netzkosten für Erdgas machen rund ein Drittel der Gesamtkosten für einen Haushalt aus. Bei den Stromnetzgebühren soll es hingegen in einigen Bundesländern zu Entlastungen kommen, allerdings nicht für alle, so die Mietervereinigung.

Für Verbraucher bedeutet das, dass sie sich auf höhere Heizkostenabrechnungen einstellen müssen. Eine vom Techem Research Institute on Sustainability (TRIOS) durchgeführte Analyse prognostiziert, dass die Abrechnungen für das Jahr 2025 im Durchschnitt um 8,3 Prozent höher ausfallen werden als 2024. Bei den erwarteten Kostensteigerungen gibt es regional große Unterschiede, wobei der Osten sich tendenziell auf größere Kostensteigerungen einstellen muss.

Je größer der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenluft, desto mehr Energie wird benötigt, um Wohnräume angenehm warm zu halten. Bei den Temperaturen der vergangenen Tage und Wochen wird daher auch mehr geheizt bzw. die Temperatur höher gedreht. Dabei sollte man beachten: Ein Grad Celsius weniger Raumtemperatur reduziert die Heizkosten um sechs Prozent, ein Grad mehr erhöht die Heizkosten um sechs Prozent. Die Thermostate in der Nacht abzusenken – etwa von 19 auf 17 Grad, spart rund zehn Prozent an Heizkosten.

Achtung vor Schäden

Doch die Kälte macht sich auch andernorts bemerkbar, konkret bei Wochenendhäusern und Zweitwohnsitzen, die nicht regelmäßig beheizt werden. So können bei strengem Frost Schäden an Wasserleitungen und -zählern auftreten. Sie werden meist erst dann bemerkt, wenn es wieder taut – in Form von Wasserschäden. Der Energieversorger EVN empfiehlt daher allen Kunden, ihre Hausinstallationen zu überprüfen, vor allem an Objekten und in Bereichen, die nicht beheizt oder nur selten betreten werden. „Selbst nach Tagen des Dauerfrostes können Maßnahmen, etwa eine bloße Kontrolle, noch Sinn machen“, empfiehlt EVN-Sprecher Stefan Zach.

Die Kälte kann nicht nur zu unkontrolliertem Wasseraustritt führen und Gebäude in Mitleidenschaft ziehen, sondern auch die Versorgungssicherheit beeinträchtigen. „Zudem verursachen derartige Schäden oft unnötige Reparaturkosten, die bei frühzeitigen Kontrollen vermieden werden können“, so Zach. Neben leer stehenden Gebäuden, Wochenendhäusern und ungenutzten Wohneinheiten seien unterirdische Räume wie Wein- oder Lagerkeller, aber auch Nebengebäude, Schächte, Garagen oder Hausanschlüsse, die sich in der Nähe von Außenwänden oder in unbeheizten Räumen befinden, betroffen.

Konkrete Tipps

Wasserzähler und freiliegende Leitungen sollten ausreichend isoliert sein. In leer stehenden Einfamilienhäusern sollte überprüft werden, ob Restwasser abgelassen (die Wasserleitungen also vor dem Winter entleert wurden und Wasserhähne geöffnet) oder ein Mindestwärmeniveau gewährleistet werden kann. Hilfreich sind auch Frostwächter, die dann anspringen, wenn die Temperatur unter einen voreingestellten Wert (meist fünf Grad Celsius) sinkt.

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