Chronik | Österreich
13.04.2017

Ex-Polizist wegen versuchter Mord-Anstiftung vor Gericht

Mitarbeiter seiner Sicherheitsfirma sollte Ex-Freund seiner Lebensgefährtin umbringen.

Am Innsbrucker Landesgericht hat am Donnerstagvormittag der Prozess gegen einen Tiroler Ex-Polizisten unter anderem wegen versuchter Anstiftung zum Mord begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, einem Bekannten 5.000 Euro für die Ermordung des Ex-Freundes seiner Lebensgefährtin geboten zu haben. Im Falle einer Verurteilung droht dem 44-Jährigen bis zu lebenslange Haft.

Staatsanwalt Thomas Willam erklärte in seinem Eröffnungsplädoyer, dass der bereits wegen Drogenhandels verurteilte Ex-Polizist unter anderem von zwei Tschetschenen belastet werde, die für dessen Sicherheitsfirma gearbeitet hatten. Der Tiroler soll nicht nur versucht haben, einen der beiden anzustiften, den Ex-Freund seiner Lebensgefährtin wegen eines Sorgerechtsstreits umzubringen, sondern auch das Auto eines ehemaligen Geschäftspartners anzuzünden und diesen schwer zu verletzen. Auch ein weiterer Mitarbeiter sollte verprügelt werden.

In Drogenhandel verstrickt

Die Anklage stützte sich auf die Aussagen der beiden auch als Zeugen geladenen Tschetschenen vor der Polizei sowie auf Telefonüberwachungsprotokolle. Grund für die angebliche Beauftragung durch den 44-Jährigen, seinen Geschäftspartner zu verprügeln, soll unter anderem dessen Anzeige in der Suchtmittel-Causa gewesen sein.

Angeklagt ist auch die 29-jährige Lebensgefährtin des früheren Polizisten. Sie soll ebenfalls einen der beiden Tschetschenen ersucht haben, den ehemaligen Geschäftspartner ihres Freundes zu verprügeln und dessen Auto zu verbrennen. Der Frau drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Das Pärchen war bereits im vergangenen Jahr wegen Drogenhandels am Landesgericht Innsbruck verurteilt worden. Der 44-Jährige fasst zwei Jahre Freiheitsstrafe aus, seine Lebensgefährtin 18 Monate.