Chronik | Österreich
19.04.2018

Ex-Freund von vermisster Jennifer bekam Besuch von Mordermittlern

Leichensuche: Handy ihres früheren Lebensgefährten führte Kriminalisten zu Stausee im Waldviertel.

Jennifer Scharinger ist verschwunden. Von der 21-jährigen Frau fehlt seit 22. Jänner jede Spur. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen. Auch ein Mord wird nicht ausgeschlossen. Zwei Monate nach dem Verschwinden der Frau aus ihrer Wiener Wohnung standen Mordermittler vor der Haustür ihres Ex-Freundes, einem Gärtner aus dem Waldviertel. „Sie sind auf gut Glück zu uns gekommen, haben alles durchsucht. Mein Sohn wird als Verdächtiger geführt. Aber das ist völliger Blödsinn“, sagt der Vater des jungen Mannes.

Wie berichtet, suchten Taucher der Cobra in der Vorwoche den Ottensteiner Stausee ab. Die Vermutung: Jennifers sterbliche Überreste könnten hier zu finden sein. Weil der See im Winter fast durchgehend zugefroren und nur ein kleiner Teil entlang der Staumauer frei war, wurde speziell in diesem Abschnitt nach der Frau gesucht – ohne Erfolg.

Anlass dafür war unter anderem eine Auswertung des Handys des jungen Mannes. Der Ex-Freund soll sich zur Zeit rund um das Verschwinden der jungen Frau am Stausee aufgehalten haben. Laut Zeugen auch in Begleitung einer jungen Frau. „Das stimmt schon“, sagt sein Vater. „Aber er hat sich hier mit einer alten Freundin getroffen, die gerade eine Trennung hinter sich hatte. Die beiden haben sich gegenseitig ausgeweint. Der Name ist der Polizei bekannt, das wurde bereits bestätigt.“ Auch Jennifer hatte sich unmittelbar vor ihrem Verschwinden von dem Waldviertler getrennt. „Was nicht gesagt wurde: Es gab Streit, weil sie ein Problem hatte. Mein Sohn hatte sie darauf angesprochen. Da hat sie ihn aus der Wohnung geschmissen. Er wollte ihr eigentlich einen Heiratsantrag machen.“ Jennifer hätte ihn aufgefordert, seine Sachen innerhalb einer Woche zu packen.

Anwalt

Ihren Arbeitskollegen, so schildert der Mann, habe sie von einem Urlaub erzählt. Sie waren es auch, die Anzeige erstatteten. „Den Pass hat sie hier gelassen. Die 2000 Euro, die sie für Notfälle aufbewahrte, waren aber weg“, erzählt der Vater ihres Ex. Sein Sohn werde seither verleumdet, bekomme Drohungen. „Wir haben einen Anwalt eingeschaltet.“