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Tirol
12/25/2015

Erste In-vitro-Befruchtung für lesbisches Paar

An der Uni-Klinik Innsbruck hat sich der Kinderwunsch von verpartnerten Tirolerinnen erfüllt.

von Christian Willim

Über zwei Jahre lang mussten Tanja und Jacqueline warten und ihr Glück zunächst erfolglos in Deutschland versuchen. An der Innsbrucker Uni-Klinik ist der Wunsch des verpartnerten Paares nun in Erfüllung gegangen. Mithilfe einer In-vitro-Fertilisation ("Befruchtung im Glas", IVF) wurde Tanja schwanger. "Ich konnte es nicht glauben, als mich der Professor angerufen hat. Aber dann sind die Tränen geflossen", erzählt die 27-Jährige von jenem Moment, als Ludwig Wildt, Chef des Kinderwunsch-Zentrums der Uni-Klinik, die gute Nachricht überbrachte.

Laut dem Professor ist es die erste bekannte erfolgreiche IVF bei einem lesbischen Paar in Österreich. "Seit einer Gesetzesreform im Februar ist die Behandlung von gleichgeschlechtlichen Paaren mit Insemination oder IVF möglich. Es bestehen jetzt die gleichen Grundvoraussetzungen wie bei nicht gleichgeschlechtlichen Paaren", erklärt Wildt. Zuvor mussten lesbische Paare wie Tanja und Jacqueline ins Ausland ausweichen.

Samen aus Dänemark

Bei der IVF werden Eizellen mit Sperma befruchtet und dann wieder eingesetzt. Im Fall der beiden Tirolerinnen kam der Samen aus Dänemark. "Das ist wie bei Amazon", erzählt Tanja lachend über die Auswahl des Spenders bei einer Samenbank. "Wir haben Kinderfotos von ihm gesehen, was er für eine Ausbildung und welche Interessen er hat. Das hat uns ein gutes Gefühl gegeben", sagt Tanja. Die Gesetzeslage sieht vor, dass ihr Kind ab 14 Jahren den Namen des Vaters erfahren kann. Darum darf die Spende auch nicht anonym sein. Im Juni soll das Baby der beiden Frauen auf die Welt kommen. Ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, wissen sie noch nicht. "Aber ein Mann im Haus würde uns nicht schaden", sagt Jacqueline scherzhaft. Fotografieren lassen möchte sich das Paar nicht. "Wir wollen nicht ständig in der Öffentlichkeit stehen. Aber vielleicht hilft unsere Geschichte anderen Paaren, die noch Hemmungen haben", erklären die beiden.

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