Ärzte stimmen Überganspaket für 2015 zu

Bis Ende des Jahres muss das Land ein Gehaltsmodell für Landesärzte finden, das die bei der Stange hält.

Die Mediziner der Tiroler Landeskrankenhäuser (Tilak) haben einem kränkelnden Patienten auf die Beine geholfen: der Krankenversorgung, die zuletzt im bisherigen Umfang gefährdet war. Die rund 900 Landesärzte haben im Rahmen einer dreitägigen Befragung mit großer Mehrheit eine Geldspritze des Landes in Höhe von 11,2 Millionen Euro akzeptiert. Die Gehaltsaufbesserung für das Jahr 2015 soll die Mediziner dazu motivieren, weiterhin durch Mehrarbeit das System am Leben zu erhalten.

Seit 1. Jänner braucht es, wie öfters berichtet, die Zustimmung eines Spitalsarztes, bevor er auf Dienstplänen für mehr als 48 Stunden pro Woche eingeteilt werden kann. Große Teile der Ärzteschaft sind dazu aber nur bereit, wenn ihre Grundgehälter angehoben werden. Während in anderen Bundesländern (siehe unten) noch gefeilscht wird, hat sich das Land Tirol nun gewissermaßen eine Galgenfrist erkauft. "Wir haben jetzt Zeit, ein vernünftiges Gehaltsschema für die Zeit ab 2016 zu verhandeln", zeigte sich Ludwig Gruber von der Ärztekammer Freitagmittag nach Ende des Votums erleichtert über das Ergebnis.

80 Prozent dafür

Rund 74 Prozent der 900 befragten Landesärzte haben online über das Paket abgestimmt. Die Zustimmung fiel mit 81 Prozent deutlich aus. "Damit gilt ab sofort ein Durchrechnungszeitraum von 26 statt 17 Wochen", erklärt Gruber. Dadurch können Überschreitungen der Wochenarbeitszeiten leichter abgefedert werden. Nun geht es darum über die vom Land geforderte "flexiblere Diensteinteilung" konkret zu verhandeln. "Die Betriebsvereinbarung muss noch ausformuliert werden", erklärte Gruber, der dafür rund ein Monat Zeit veranschlagt.

Zufrieden zeigt sich vorerst auch Renate Larndorfer. Die Unfallchirurgin ist Sprecherin der Initiative "Klinikärzte". Die Gruppe hatte sich angesichts des großen Frusts an der Uni-Klinik Innsbruck gebildet und in einem offen Brief vor dem Zusammenbruch der Versorgung gewarnt. "Für uns Ärzte ist dieses Angebot ein Zeichen, dass eine Lösung der Probleme von Seiten des Landes Tirol angestrebt wird. Wir haben nun Zeit gewonnen für die nächsten Schritte", erklärte Larndorfer in Reaktion auf die Abstimmung.

Eine Lösung zeichnet sich nun auch an den Tiroler Bezirkskrankenhäusern (BKH) ab. Mit ihnen würden basierend auf dem Ergebnis der Landeskrankenanstalten in den nächsten Tagen weitere Gespräche geführt, teilte Tirols Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) mit. Eine mündliche Zusage, die "Tilak-Zulage draufzulegen" soll es laut Kurienobmann Gruber etwa bereits am BKH Kufstein geben.

"Das wird zäh"

Die größten Schwierigkeiten ortet er indes auf einer anderen Baustelle: "Das Hauptproblem sind die Bundesärzte. Das wird zäh." Rund 500 dieser Bediensteten der Med-Uni sind an der Klinik Innsbruck tätig und fordern ebenfalls Gehaltsanpassungen. Für sie ist das Wissenschaftsministerium zuständig. Leider zeichne sich für sie im Gegensatz zu den Universitäten in Graz und Wien, weiterhin keine Lösung ab, so Gruber.

( Kurier ) Erstellt am 27.02.2015