Chronik | Österreich
10.11.2013

Ehemaliges Heimkind klagt Bubenburg

Der mittlerweile 58-Jährige soll jahrelang missbraucht woden sein.

Ein 58-jähriger Mann klagt ein Heim in Tirol auf Schmerzengeld und Verdienstentgang: Der 58-Jährige betont, in der Bubenburg misshandelt und sexuell missbraucht worden zu sein. Die Höhe der Klagssumme ist nicht bekannt.

Der Mann kam 1965 in die Erziehungsanstalt, die vom Seraphischen Liebeswerk der Kapuziner betrieben wird. Da war er zehn Jahre alt. Laut Tiroler Tageszeitung sei während seines Aufenthalts, den er „Tor zur Hölle“ nennt, jahrelang missbraucht worden. Nach sieben Jahren habe er die Bubenburg verlassen können.

Da er unter psychischen wie physischen Folgen des Aufenthaltes leide, habe er sich zu der Klage entschlossen, betont der Oberösterreicher. Von der Kommission unter der Leitung der früheren steirischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic habe er bisher 15.000 Euro als Entschädigung erhalten. Ob und wann es zu einem Zivilprozess kommt, ist noch offen.

Land geklagt

Bereits begonnen hat dagegen ein Prozess am Landesgericht für Zivilrechtssachen Innsbruck mit ähnlichem Hintergrund. Eine Salzburgerin brachte Klage gegen das Land Tirol ein: Sie sei als Jugendliche in der Landeserziehungsanstalt St. Martin körperlich misshandelt und sexuell missbraucht worden, begründete die 70-Jährige. Bei ihr geht es um eine Summe von 900.000 Euro. Ihr wurde von der Opferschutzkommission des Landes bisher 15.000 Euro Entschädigung zugestanden.