Stadtbäume gut für Herz, Seele und Klima: Wie sie uns helfen
Die Trockenheit ist den Bäumen entlang der Straßen schon anzusehen, bei manchen verfärben sich die Blätter bereits herbstlich. Einige Menschen können in dieser Lage nicht tatenlos zuschauen. „Wenn es Ihnen möglich ist, freuen wir uns sehr, wenn Sie die Bäume und Sträucher vor Ihrem Haus mit etwas Wasser unterstützen“, postete die Gemeinde Parndorf im Burgenland vor Kurzem. In Wien gießt ein Pensionist regelmäßig Jungbäume, damit sie den Sommer überstehen, berichteten Medien.
Es ist wichtig, dass Bäume gesund bleiben, damit sie ihre Funktionen erfüllen können: kühlen, Feinstaub filtern, Schatten spenden. Sie bieten aber auch Nahrung, Schutz und Lebensraum für viele Arten.
2.300 Arten und die Eichen
Ein Beispiel: In Großbritannien fanden Forscher 2.300 Arten, die mit Eichen verbunden sind. Sei es als Lebensraum oder Nahrungsquelle.
Besonders wertvoll sind alte Bäume: Mit Höhlen, rissiger Rinde, Totholz und großen Kronen verfügen sie über deutlich mehr Lebensräume als junge. Käfer, Spinnen oder Wanzen besiedeln sie; Schmetterlinge brauchen ihr Grün als Raupenfutter und ihre Blüten als Nahrungsquelle. In den Kronen brüten Vögel wie Amseln oder Meisen. Eichhörnchen leben auf ihnen.
Viele wissen die Leistungen der Bäume in ihrer Umgebung zu schätzen. Der KURIER bat Leser und Leserinnen um Geschichten von Bäumen, die ihr Leben bereichern. Hier finden Sie eine kleine Auswahl:
Mehr Bäume in Städten sind gut für das Herz. Und das nicht nur metaphorisch gemeint, sondern auch medizinisch. Das Leben in Städten mit mehr Bäumen – und weniger Wiesenflächen sowie Sträuchern – senkt das Risiko für Herzerkrankungen messbar.
US-Forschende analysierten für eine Studie der Universität von Kalifornien 350 Millionen Street-View-Bilder. Sie verglichen sie mit Gesundheitsdaten aus 18 Jahren von 89.000 Frauen, die genau in diesen Straßen wohnten. Die Ergebnisse erschienen im Februar: Wo mehr Bäume standen, sanken Herz-Kreislauf-Erkrankungen um vier Prozent. Wo mehr Gräser wuchsen, stiegen die Erkrankungen um sechs Prozent; bei mehr Sträuchern um drei Prozent.
Ein guter Filter
Aber warum? Bäume haben eine höhere Kühlleistung und können Lärm und Luftverschmutzung besser filtern, vermuten die Forscher. Bei Gräsern sorgt Mähen für schlechte Luft, und es werden mehr Pestizide eingesetzt.
Die Studie eröffnet einen neuen Ansatz, um öffentliche Gesundheit zu verbessern, erklärte Mitautor Eric Rimm, Professor an der Harvard Chan School. Man müsse sich nicht mehr ausschließlich auf individuelle Lebensstilentscheidungen verlassen. Gemeinden können mit Umweltveränderungen viel bewirken.
Entscheidend ist nicht nur die Zahl der Bäume, sondern auch, wie sie angeordnet sind. Große, zusammenhängende Baumflächen fördern die Gesundheit stärker als zersplittertes Grün, zeigte eine Studie der ETH Zürich.
Menschen, die in Stadtteilen mit großen, gut vernetzten Baumkronenflächen leben, haben eine signifikant niedrigere Sterblichkeitswahrscheinlichkeit als jene, deren Umgebung nur wenige und fragmentiert geformte Baumkronenflächen aufweist. Besonders ausgeprägt ist dieser Zusammenhang in dicht bebauten Grätzeln mit schlechter Luftqualität und hohen Temperaturen.
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