Chronik | Österreich
02.11.2017

Doppelmord bei Graz: Die WEGA sucht mit

Von dem 66-jährigen Tatverdächtigen fehlt weiterhin jede Spur. Auch am Donnerstag wird weitergesucht.

Die Polizeikräfte haben am Donnerstag, dem Allerseelentag, weiter nach dem auf der Flucht befindlichen mutmaßliche Todesschützen von Stiwoll gesucht. Es würden Hinweise aus der Bevölkerung abgearbeitet und Objekte durchsucht, sagte ein Polizeisprecher auf APA-Anfrage. Mittlerweile seien Polizisten aus mehreren Bundesländern im Sucheinsatz, darunter auch ein Zug der Wiener Sondereinheit WEGA.

Am Donnerstagvormittag gab es in Stiwoll im westlichen Teil des Bezirks Graz-Umgebung auch eine Veranstaltung des Kriseninterventionsteams (KIT), um die örtliche Bevölkerung zu unterstützen. Die meisten Einwohner waren in den vergangenen Tagen zuhause geblieben, die Allerheiligenprozession wurde abgesagt. Der Gottesdienst am Mittwoch war von starken Polizeikräften gesichert worden.

In Gegend um Stiwoll vermutet

Die Exekutive vermutet den 66-Jährigen, der am Sonntag mit einem Gewehr zwei Nachbarn erschossen und eine weitere schwer verletzt haben soll, immer noch in der bewaldeten und unwegsamen Gegend um Stiwoll. Am Montag war in Södingberg westlich von Stiwoll das verlassene Fluchtfahrzeug des Mannes entdeckt worden.

Auf dem Facebook-Account der steirischen Polizei waren auch zahlreiche Reaktionen aus der Bevölkerung zu der Suche abrufbar. Die positiven Stimmen wie etwa "Dank an unsere Polizisten" und der Wunsch, dass "alle gesund nach Hause kommen sollen und er gefunden" wird, überwogen bei weitem. Allerdings gab es auch Einträge, die die Einsatzkräfte kritisierten wie etwa "Ihr findet mit Hundertschaften einen 66-Jährigen Typen nicht?".

Der 66-jährige Tatverdächtige soll am Sonntag mit einer Langwaffe auf seine Nachbarn geschossen haben. Ein 64-jähriger Mann und eine 55 Jahre alte Frau starben, eine 68-Jährige wollte fliehen, wurde am Arm getroffen und schwer verletzt. Einem vorläufigen Obduktionsergebnis zufolge wurde der Mann zweimal, die 55-jährige Nachbarin gleich drei Mal getroffen. Bei der schwer verletzten 68-Jährigen wurde ein Einschuss festgestellt.