Chronik | Österreich
01.11.2017

Nachbarn getötet: Verstärkte Polizeistreifen

Suche nach 66-Jährigen in Stiwoll geht weiter. Cobra durchsuchte altes Stollensystem. In der Nacht auf Mittwoch wurden mehrere Personen überprüft.

In Niederösterreich ist die Fahndung nach dem 66-jährigen Steirer, der am Sonntag auf seine Nachbarn geschossen und zwei von ihnen getötet haben soll, am Mittwoch weiter gelaufen. Im Nahbereich zur steirischen Landesgrenze sowie im Gebiet Amstetten, St. Valentin und im Bereich der Donaubrücke Richtung Mauthausen (OÖ) seien verstärkt Streifen unterwegs, teilte die Polizei mit.

Auch altes Stollensystem durchsucht

Auf der Suche nach einem mutmaßlichen Todesschützen hat die Polizei in der Nacht auch Stollen und Höhlen in der Umgebung des Tatorts in Stiwoll (Bezirk Graz-Umgebung) durchsucht. "Es hat in Stiwoll in früheren Zeiten ein Silberbergwerk gegeben", erklärte Polizeisprecher Jürgen Haas gegenüber der APA. Man vermutete, der Gesuchte könnte sich dort verbergen, fand ihn aber nicht.

"Das Stollensystem wurde von Kräften des Einsatzkommandos Cobra unter widrigsten Bedingungen untersucht." Die Stollen seien sehr alt, vielerorts dringe Wasser ein, teilweise bestehe Einsturzgefahr. Gefunden wurde der Verdächtige aber nicht. Generell sei das hügelige, bewaldete Gebiet um Stiwoll sehr anspruchsvoll für die Suche, sagte Haas. "Wir haben noch genug zu durchsuchen."

Mehrere Personen überprüft

In der Nacht auf Mittwoch wären mehrere Personen überprüft worden. Mehr könne jedoch aus einsatztaktischen Gründen nicht gesagt werden, erklärte Polizeisprecher Johann Baumschlager. Am Dienstag war nach Hinweisen aus der Bevölkerung eine Alarmfahndung ausgelöst worden, diese wurde inzwischen auf normale Streifentätigkeit zurückgestuft.

Laut Baumschlager wurde außerdem ein 32 Personen starker Zug der Einsatzeinheit NÖ in die Steiermark entsandt, um die dort laufende Suche zu unterstützen.