© Monika Melcher, Österreichischer Alpenverein

Chronik Österreich
07/29/2021

Die Warnzeichen von Gewittern erkennen

Kaum ein Tag vergeht ohne Gewitter. Doch wie verhält man sich, wenn man am Berg davon überrascht wird?

von Anja Kröll

Keine Nacht scheint momentan zu vergehen, in der die Feuerwehren nicht zu Unwettereinsätzen gerufen werden. Besonders in Salzburg, Ober- und Niederösterreich standen die Florianijünger in dieser Woche im Dauereinsatz. Mittwochnacht sorgten starker Regen und Sturmböen für regionale Überflutungen, Vermurungen und umgeknickte Bäume in den Bezirken Linz-Land, Wels-Land, Perg, Freistadt, sowie der Landeshauptstadt Linz. 55 Feuerwehren rückten mit 850 Helferinnen und Helfern zu rund 130 Einätzen aus.

Auch für Erholungssuchende gehören Gewitter, einhergehend mit Blitz, Donner und großen Regenmengen, zu den größten Gefahren im alpinen Bereich. Doch wie verhält man sich richtig? Wie erkennt man die Gefahr? Und wie lassen sich gefährliche Situationen vermeiden?

Planung nie vernachlässigen

Die Antwort von Michael Larcher, Leiter der Abteilung Bergsport beim Alpenverein, lässt sich so zusammenfassen: Tourenplanung, früher Start, Wetterbeobachtung, richtiges Verhalten im Notfall. „Vor jeder Bergtour sollte man sich über die tägliche Gewitterneigung informieren. Ist eine solche gegeben, gilt es, die Tour so zu planen, dass man rechtzeitig – idealerweise zu Mittag – wieder retour oder in einer Schutzhütte ist. An labilen Tagen sind lange Touren und solche mit Seilversicherungen an ausgesetzten Graten und mit exponierten Gipfeln tabu“, sagt Larcher.

Wer am Berg unterwegs ist, sollte dabei nicht nur Augen für Almrausch und Murmeltiere, sondern auch stets den Himmel im Blick haben. Stichwort: Beobachtung der Wolkenbildung. Wachsen anfangs kleine Haufen- bzw. Schönwetterwolken rasch zu immer größer werdenden Quellwolken und schlussendlich zu Wolkentürmen (eventuell sogar mit Ambossbildung, siehe Bild), sind dies eindeutige Alarmzeichen.

Alarmzeichen für ein nahendes Gewitter sind laut Alpenverein neben der Wolkenbildung auch böig auffrischender Wind und elektrische Ladungen (Surren) in der Luft. Als Faustregel gilt: Die ungefähre Entfernung zu einem Gewitter in Kilometern lässt sich berechnen, indem man die vergangenen Sekunden zwischen Blitz und Donner durch drei dividiert.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Beträgt die Zeitspanne zwischen Blitz und Donner zehn Sekunden, ist das Gewitterzentrum nur mehr rund drei Kilometer entfernt. Allerhöchste Zeit, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Tipps für den Notfall

Wird man dennoch von einem Gewitter überrascht, sollten folgende fünf Verhaltensregeln unbedingt beachtet werden:

  • So schnell wie mögliche ausgesetzte Grate und alleinstehende Erhebungen wie etwa Gipfelkreuze und Felstürme verlassen.
  • Abstand zu Stahlseilen und Schutz suchen – falls möglich – in einer größeren Felshöhle. Hier aber mindestens 1,5 Meter Abstand zur Felswand einhalten.
  • Das Gewitter in Kauerstellung auf Rucksack oder Seil hockend, um eine mögliche Schrittspannung zu vermeiden, abwarten.
  • Im absturzgefährdeten Gelände, z. B. am Klettersteig, stets gesichert bleiben.
  • Unbedingt gegen Nässe und Abkühlung schützen. Am besten mit einem Biwaksack oder Funktionsbekleidung. Denn die völlige Durchnässung führt rasch zu Unterkühlung.
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