Die ganz anderen Feiertage: Auch das waren Ostern
Mit Ostern verbindet die christliche Tradition die Kreuzigung und die Auferstehung Christi. Doch im Verlauf der Geschichte kam es auch zu ganz anderen, meist sehr profanen Ereignissen. So wurden diese sehr unterschiedlichen Personen zu Ostern geboren:
Charlie Chaplin, einer der beliebtesten Schauspieler des 20. Jahrhunderts, kam am Mittwoch der Karwoche, dem 16. April 1889, in London zur Welt. Er starb 1977 im Alter von 88 Jahren. Nur vier Tage nach Chaplin, am Ostersonntag desselben Jahres, wurde Adolf Hitler in Braunau geboren. Der „Führer“ des Deutschen Reiches, der durch Krieg und Holocaust den Tod von mindestens 60 Millionen Menschen zu verantworten hat, nahm sich am 30. April 1945 im Bunker der Berliner Reichskanzlei das Leben.
Am Karfreitag, dem 27. März 1970, kam die amerikanische Sängerin, Songschreiberin, Produzentin und Schauspielerin Mariah Carey auf Long Island im US-Bundesstaat New York zur Welt. Sie ist mit 19 Nummer-1-Hits in den USA, fünf Grammys und 220 Millionen verkauften Tonträgern eine der erfolgreichsten Sängerinnen unserer Zeit.
Ab Mitte des 16. Jahrhunderts lud der jeweilige Monarch des Hauses Habsburg an jedem Gründonnerstag zwölf arme Männer und zwölf arme Frauen, die mindestens 75 Jahre alt sein mussten, zur Fußwaschung in seine Allerhöchsten Gemächer in die Wiener Hofburg ein. Sie wurden neu eingekleidet, zu einem mehrgängigen Menü geladen, das der Herrscher – zuletzt war es Kaiser Franz Joseph – persönlich servierte. Danach kniete sich der Monarch vor die armen Männer und Frauen hin, wusch und küsste ihre Füße und schenkte ihnen Silbermünzen. Die Fußwaschung sollte „den demütigen Dienst am Nächsten im Sinne Jesu beim Letzten Abendmahl“ symbolisieren.
Am Karfreitag, dem 6. April 1917, traten die Vereinigten Staaten von Amerika in den Ersten Weltkrieg ein. Dies wurde zum Wendepunkt in dem Konflikt und führte letztlich auch zum Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie.
In der Karwoche 1954 kam es zu einer der schlimmsten alpinen Katastrophen der Geschichte. Eine Gruppe deutscher Gymnasiasten verirrte sich bei einer Wanderung am Dachstein in Oberösterreich und geriet in einen verheerenden Schneesturm. Zehn Schüler und drei Lehrer kamen dabei ums Leben.
In der Karwoche des Jahres 1960 ereignete sich einer der spektakulärsten Kriminalfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte. Am 19. April fand man in einer Villa in Pöcking bei Starnberg die Leichen des 66-jährigen Arztes Otto Praun und seiner Haushälterin. Während die Polizei vorerst von einem erweiterten Suizid ausging, beschuldigte Prauns Sohn dessen attraktive Geliebte Vera Brühne, die beiden erschossen zu haben, zumal Brühne im Testament als Erbin des vermögenden Arztes aufschien und ihr ein „ausschweifendes Liebesleben“ unterstellt wurde. Der Verdacht erhärtete sich bei der Obduktion der Leichen, worauf Vera Brühne und ihr Freund Johann Ferbach wegen Mordes zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt wurden. Als Tatzeitpunkt ging der Gründonnerstag, der 14. April des Jahres 1960, in die Kriminalgeschichte ein.
Doch nach der Urteilsverkündung kamen aufgrund unklarer Indizien immer wieder neue Theorien auf, die über Jahre die Schlagzeilen der Boulevardpresse beherrschten. Vera Brühnes Anwälte stellten fünf Anträge zur Wiederaufnahme des Verfahrens, die alle scheiterten. Sie wurde schließlich im Jahr 1979 vom bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß begnadigt und danach aus der Haft entlassen. Vera Brühne lebte fortan unter anderem Namen und starb 2001 mit 91 Jahren. „Der Fall Vera Brühne“ gilt bis heute als nicht restlos geklärt; er wurde in einem Dutzend Büchern und in mehreren Filmen aufgearbeitet.
Am 30. März, dem Ostersonntag des Jahres 1975, kam die Familie Ruppert im US-Bundesstaat Ohio zu einem österlichen Familientreffen zusammen. Als alle eingelangt waren, erschoss James Ruppert seine Mutter, seinen Bruder, seine Schwägerin und deren acht Kinder, insgesamt elf Personen. Die brutale Aggression hatte sich in dem 41-jährigen Täter seit seiner Kindheit aufgestaut, weil sein Bruder sowohl im Privatleben als auch im Beruf erfolgreich war, er aber in allem scheiterte. Und so löschte er das Leben seiner ganzen Familie aus.
James Ruppert wurde für die Morde an seinem Bruder und seiner Mutter schuldig gesprochen, die anderen neun Tötungen des „Easter Sunday Massacres“ hätte er in einem Wahn durchgeführt, urteilte das Gericht. Der Täter starb im Jahr 2022 im Alter von 88 Jahren im Gefängnis.
Bei einem Unfall auf der portugiesischen Insel Madeira verunglückte am Osterwochenende des Jahres 2019 ein Reisebus, 29 Menschen kamen dabei ums Leben.
Am Ostersonntag, dem 20. April 2025, erteilte Papst Franziskus, sichtbar geschwächt, noch den feierlichen Segen Urbi et orbi, 24 Stunden später, am Ostermontag, starb er im Alter von 88 Jahren in seiner Wohnung im Gästehaus des Vatikans.Verschwörungstheorien, die den Tod des Pontifex mit dem Osterfest in Verbindung brachten, wurden von Ärzten und Sprechern des Vatikans widerlegt.
Kommentare