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Chronik Österreich
09/02/2021

Die „Airpower“ kommt wieder: Geplanter Start in einem Jahr

Die Flugschau in Zeltweg ist fixiert. 2019 stand sie wegen Kosten und Umweltbelastung in Kritik.

von Elisabeth Holzer

In exakt einem Jahr ist es wieder so weit: Der Luftraum über Teilen der Obersteiermark gehört wieder Kampfjets und Militärhubschraubern, am Boden wird es sich wegen der beschränkten Zufahrtsmöglichkeiten für Schaulustige mit Pkw wohl wieder stundenlang stauen - die „Airpower“ ist für 2. und 3. September 2022 fixiert.

Details zur internationalen Flugschau in Zeltweg wollen die Verantwortlichen des Verteidigungsministeriums, der steirischen Landesregierung und des Konzerns Red Bull erst kommenden Montag verraten. Doch allein schon mit der Bekanntgabe dieses Pressetermins ist klar: Die Verträge mit den teilnehmenden Flugstaffeln sind ausgehandelt und unterschrieben, die Finanzierung offenbar geklärt. Zuletzt nahmen 20 Nationen teil, 200 Luftfahrzeuge waren zu sehen.

Verluste

Die bisherigen Flugschauen kosteten jeweils um die 13 Millionen Euro, das ergab eine Prüfung des Bundesrechnungshofes. Trotz der Zuschüsse von Bund, Land und Red Bull von insgesamt 3,6 Millionen Euro waren sie meist ein Verlustbringer: 2009, 2011 und 2013 überstiegen die Ausgaben die Einnahmen jeweils um rund ein Viertel. 2016 hatte das Verteidigungsministerium zusätzlich zu seinem Zuschuss von 1,2 Millionen Euro noch ein Minus von weiteren 1,6 Millionen Euro abzudecken.

Auf der Habenseite veranschlagen Landespolitiker und Touristiker vor allem den enormen Werbewert sowie die regionale Wertschöpfung. Für die Steiermark wurde diese zuletzt mit neun Millionen Euro beziffert. Besuchermagnet ist das zweitägige Luftspektakel ebenfalls noch immer: 2019 kamen 185.000 Besucher, im Rekordjahr 2016 waren es 300.000.

Für das Bundesheer gilt die „Airpower“ nicht nur als Luftschau fürs Publikum, sondern auch als Übung, bis zu 4.000 Soldaten sind pro Veranstaltung im Dienst. 2019 wäre die Schau aber dennoch beinahe am Boden geblieben: Der damalige Verteidigungsminister Thomas Starlinger aus der Übergangsregierung ließ sämtliche Ausgaben des Heeres nachrechnen und stellte auch die „Airpower“ infrage.

Doch nicht nur wegen der Finanzen geriet die „Airpower“ 2019 zeitweilig ins Trudeln, sondern auch wegen der Umweltbelastung. Klimaexperte Gottfried Kirchengast vom Grazer Wegener-Institut bezeichnete diese Veranstaltung in ihrer Außenwirkung als „verheerend“ und kritisierte die „Luxus-Belastungen an -Emissionen“. Ein Thema, das diesmal noch mehr ins Gewicht fallen wird, Stichwort Klimaschutzprogramm der Grünen unter Umweltministerin Leonore Gewessler.

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