Die "Airpower" startet am Samstag noch einmal

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Chronik Österreich
09/06/2019

"Airpower" in Zeltweg: Nasskaltes Wetter, heiße Show

80.000 Besucher kamen am ersten Tag zur Flugschau, viel weniger als 2016. Das dürfte auch am Wetter liegen.

von Elisabeth Holzer

Um drei Uhr in der Früh losgefahren, um vier Stunden später schon unter den ersten Besuchern der "Airpower" zu sein: Markus und Stefan kommen eigens aus Innsbruck nach Zeltweg, um die Schau zu sehen. Markus ist zum fünften Mal dabei, "weil's tolle Flugzeuge hier zu sehen gibt", begründet der Tiroler. "Es ist jedes Mal ein gutes Programm hier." Allerdings schwingt ein bisschen Wehmut mit, denn "es könnt' ja die letzte gewesen sein", überlegt Stefan.

Das Besucherinteresse dürfte am ersten Tag allerdings nicht so groß wie bei der "Airpower" vor drei Jahren sein, vielleicht auch wegen des nass-kalten Wetters:  Um 10.30 Uhr waren am Freitag gezählte 32.000 Gäste am Gelände, zwei Stunden später 40.000. Am Nachmittag bezifferte das Heer dann die Anzahl mit 80.000 Besuchern. Mit der Flugschau 2016 dürfte sich jene aus 2019 also vermutlich von der Besucheranzahl her nicht  messen können - damals kamen am ersten Tag bereits 150.000 Menschen.

Tatsächlich ist die Zukunft der "Airpower" als Großveranstaltung derzeit ungewiss. Umweltschützer sehen sie wegen des hohen Schadstoffausstoßes kritisch, Verteidigungsminister Thomas Starlinger beäugte die diesjährige achte Schau wegen der Kosten skeptisch - um sie überhaupt plangemäß durchführen zu können, wurden Budgetmittel umgeschichtet.

13 Millionen Euro kostete die Veranstaltung zuletzt, allerdings deckten die Einnahmen nie die Ausgaben.

"Politische Entscheidung"

Das Bundesheer will sie freilich weiterhin durchführen. "Faktum ist, die Airpower ist ein Leistungsnachweis für das Heer und die zivilen Teilnehmer", betonte Generalbstabschef Robert Brieger am Freitag. "Aber letzlich muss die Frage, ob es sie weiterhin geben wird, politisch entschieden werden." Das Militär sieht die "Airpower" allerdings auch als Übung. Deshalb sei die Umschichtung der Mittel "verkraftbar, da die 'Airpower' ja auch einen Ausbildungswert hat", versicherte Brieger.

War auch das Wetter trüb, die Show selbst war heiß: Erstmals waren historische Flugzeuge zu sehen, auch die Kunstflugstaffeln  - die italienische Frecce Tricolori, die Schweizer Patrouille Suisse  und die spanische Patrulla Aguila - begeisterten ihre Fans.

Um die "Airpower" reibungslos abzuwickeln, ist einiges an Einsatz nötig, menschlich wie technisch. Allein 4.000 Soldaten sind an den beiden Veranstaltungstagen im Dienst, dazu kommen weitere 2.500 zivile Mitarbeiter.

Hauptmann Peter Spiegel ist einer von 15 Eurofighter-Piloten des Bundesheeres, er geht auch bei der "Flugschau" in die Luft. "Bei der Airower können wir zeigen, was wir können. Das ist auch wichtig für das Heer", überlegt Spiegel, Rufname "Falco". "Bei Katastropheneinsätzen sieht die Bevölkerung die Hubschrauber, ein Jet ist da ja eher weit weg."

Wer am Freitag noch nicht dabei war, hat am Samstag noch eine Chance, die "Airpower" zu erleben. Ab 7 Uhr dürfen die Besucher auf das Gelände, die Vorführungen beginnen um 9 und dauern bis 17 Uhr.

Das Wetter dürfte halten, prognostizieren Meteorologen. "Leichte Regenschauer" wegen der "Südströmung mit feuchten Luftmassen" seien aber zu erwarten.