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Chronik Österreich
10/01/2020

Coronavirus: An der Schwelle zur zweiten Welle

Es gibt bereits mehr als 4.000 Cluster: Die Ampel-Kommission färbt weitere Bezirke orange ein. Zwei schaffen es zurück auf Grün

von Elisabeth Holzer, Martin Gebhart

„Ich verstehe, dass man des Themas müde wird“, gesteht Petra Juhasz ein. „Aber das Virus wird nicht müde“, mahnt die Landessanitätsdirektorin von Salzburg am Donnerstag weiterhin zur Vorsicht. Salzburg ist eines der beiden Bundesländer, in denen die Rückverfolgbarkeit von Corona-Infektionen zuletzt nahe an der kritischen 50-Prozent-Marke schrammte - Salzburg lag bei 53 Prozent, lediglich Wien war mit 51 Prozent noch schlechter.

Kritische Marke

Diese Zuordenbarkeit neuer Ansteckungen zu einem Ursprung, also einer bestimmten Quelle, ist wichtig für Medizin, Behörden und Politik. Die Schaltung der Corona-Ampel hat auch damit zu tun: Je niedriger die Quote, desto höher die Gefahr, dass sich Corona-Cluster nicht mehr rechtzeitig abkapseln lassen. Werden die 50 Prozent unterschritten, sehen Experten dies als Beginn der befürchteten zweiten Welle.

Die Ampelkommission tagte jedenfalls am Donnerstag erneut. Angesichts der kaum rückläufigen täglichen Infektionszahlen, der neuen Cluster und dem Umstand, dass wieder mehr Covid-19-Patienten in Spitäler müssen, wurde Donnerstagnachmittag eine Änderung der Ampelfarben vorgenommen.

Voraussichtlich werden die neuen Einstufungen so aussehen: Die Bezirke Oberpullendorf und Oberwart im Burgenland werden gelb, Neusiedl wird orange eingefärbt. In Kärnten wechselt Villach-Land auf Gelb, Hermagor auf Orange.

In Niederösterreich soll St. Pölten-Land gelb werden, die Landeshauptstadt St. Pölten orange, ebenso die Bezirke Bezirk Mistelbach und Scheibbs. In Oberösterreich sollen die Bezirke Braunau und Schärding gelb werden. Eferding dagegen soll wieder grün sein. In Tirol soll Kufstein von Orange auf Gelb wechseln.

Der Bezirk Hallein in Salzburg dürfte orange werden. In der Steiermark soll der Bezirk Voitsberg gelb werden, während Deutschlandsberg zurück auf Grün gestuft wird. Die übrigen Einstufungen dürften sich gegenüber der Vorwoche nicht ändern. Rot ist nach wie vor kein einziger Bezirk.

Die Cluster wachsen

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wies am Donnerstag bereits 4.178 Cluster in Österreich auf vor drei Wochen waren es noch 2.400: Allein in den vergangenen zehn Tagen sprossen Cluster in mehreren Bundesländern. So wurden am Donnerstag elf neue positiv Getestete im Landesklinikum Mauer im niederösterreichischen Bezirk Amstetten bekannt.

Schon am Dienstag wurden 20 Covid-19-Fälle nach einer Geburtstagsparty in St. Pölten gemeldet, in Salzburg sieben im bekannten Kammerorchester „Camerata“. In Melk entstand ein Cluster nach einer Wanderung, neun Menschen sind infiziert. Bereits am Wochenende fiel Kärnten wegen eines Almabtriebs im Bezirk Hermagor mit 20 Infizierten auf. Sogar das Gemeindeamt von Kötschach-Mauthen musste geschlossen werden.

Rückverfolgungsquote von 51,3 Prozent

Von den österreichweit exakt 45.226 Fällen sind laut AGES 23.573 zuordenbar – eine Quote von 51,3 Prozent. Mehr als die Hälfte der Infektionen passieren im Familienverband und bei privaten Feiern. Danach folgen Ansteckungen am Arbeitsplatz, wobei dies weniger den Schreibtisch im Büro meint: Die Infektionen passieren großteils in Pausen, etwa im Aufenthaltsraum beim Essen oder in der Rauchpause.

An nächster Stelle folgen Freizeitaktivitäten, was auch den Aufenthalt in Lokalen einschließt.

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