Virologin Dorothee von Laer

© APA/HELMUT FOHRINGER

Chronik Österreich
03/22/2022

Corona-Zugangsbeschränkungen: Für von Laer macht nur 1-G Sinn

Das Risiko, sich zu infizieren, ist laut der Virologin inzwischen für Geimpfte, Genesene und Ungeimpfte praktisch gleich hoch.

von Christian Willim

Die Omikron-Welle rauscht weiter scheinbar ungebremst durch Österreich. Am Mittwoch soll die Maskenpflicht in Innenräumen wieder zurückkehren. Die entsprechende Verordnung von Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) lässt noch auf sich warten. Eine entsprechende Verordnung wird am Dienstag im Laufe des Tages erwartet. Dem KURIER liegt ein Entwurf vor.

Für Virologin Dorothee von Laer von der Med-Uni Innsbruck ist klar: "Die Masken hätten nie abgeschafft werden dürfen." Bleibt die Frage, welche weiteren Maßnahmen in Betracht kommen, um das Infektionsgeschehen wieder zu bremsen, nachdem die Spitäler immer stärker unter Druck geraten.

Was mögliche Zugangsbeschränkungen betrifft, macht die Unterscheidung zwischen Geimpften bzw. Genesenen auf der einen und Ungeimpften auf der anderen Seite derzeit aus Sicht der Expertin keinen Sinn mehr - und damit auch die 2-G-Regel (Zutritt nur für Geimpfte und Genesene), die im vergangenen Herbst noch als Wellendämpfer eingesetzt wurde.

Unterschied zur Delta-Welle

"Der Impfschutz vor Infektionen hat deutlich nachgelassen. Geimpfte können sich genauso leicht anstecken und das Virus weitergeben wie Ungeimpfte", sagt von Laer. Bei der von der Delta-Variante getriebenen Welle im Herbst habe der Schutz vor Infektion noch 90 Prozent betragen und auch das Risiko der Weitergabe sei sehr gering gewesen.

Dass dies nun nicht mehr so ist, habe damit zu tun, dass bei den meisten die Impfung schon drei Monate zurückliegt. Wovor die Impfung nach wie vor sehr gut schütze, sei die Gefahr, wegen Covid ins Spital zu kommen.

"Die 2-G-Regel macht nur Sinn, um Ungeimpfte aus dem Geschehen zu nehmen", erklärt die Virologin. Und zwar, weil diese Gruppe das größte Risiko von schweren Verläufen hat. Darüber hinaus mache eine Unterscheidung von Geimpften, Genesenen und Ungeimpften bei Zugangsbeschränkungen keinen Sinn. "Alle drei können ansteckend sein."

Getestet zu Veranstaltungen und in die Nachtgastro

Damit spricht auch nichts für die die 3-G-Regel – geimpft, genesen oder getestet. "Wenn man Zugangsbeschränkungen für Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze oder die Nachtgastronomie macht – dort kann das Virus sehr stark streuen -, dann sollte es 1-G sein. Und zwar getestet."

Dafür sollten dann wieder verstärkt Antigen-Tests eingesetzt werden, weil sie schnell Ergebnisse liefern, rät die Wissenschafterin.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare