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Chronik Österreich
09/27/2020

Corona-Kontrollen: Widerspenstige Wiener und neue Ideen

Zwei Drittel aller Anzeigen wegen Missachtung der Maßnahmen wurden in Wien erstattet.

von Birgit Seiser

Österreichweit hatten in der Nacht auf Sonntag Hunderte Beamte Nachtschicht – denn Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) ist Corona-Maßnahmen-Sündern auf der Spur. Insgesamt wurden am Wochenende 5.102 Lokale überprüft. Während man sich in den Bundesländern relativ diszipliniert an die Regelungen hielt, gab es in Wien schwarze Schafe unter Lokalbetreibern sowie Gästen.

Von insgesamt 90 Anzeigen hagelte es am Samstag 62 in Wien. „Wer sich nicht an die Vorgaben hält, muss jederzeit mit Konsequenzen rechnen“, kommentiert Nehammer, der in Sachen Corona-Kontrollen eine Null-Toleranz-Linie fährt.

Auffällig ist, dass sich gerade in Wien viele nicht mit der Sperrstunde um 1 Uhr Früh anfreunden können – obwohl man hier punkto Gastronomie trotz hoher Infektionszahlen toleranter ist als in Vorarlberg, Tirol oder Salzburg. Dort schließen die Lokale bereits um 22 Uhr.

Online-Lösung für Gäste

Wien geht hier bekanntlich einen eigenen Weg: Anstatt Lokale früher zuzumachen, setzt Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) auf ein Registrierungssystem: Jeder Gast soll künftig seine Kontaktdaten beim Lokalbetreiber angeben. So würde ein schnelles Contact Tracing möglich.

Viele Gastronomen sind mit der damit verbundenen Zettelwirtschaft aber gar nicht glücklich. Wien bekanntester Schnitzelwirt hat sich daher etwas einfallen lassen, um diese zu verhindern.

Die Figlmüller Group entwickelte das sogenannte Gast-Check-in. Lokalbesucher scannen einen QR-Code mit ihrem Smartphone und geben dann ihre Daten in ein Online-Formular ein. Uhrzeit und Datum werden automatisch erfasst. Die Daten werden gemäß der EU-Datenschutzgrundverordnung auf europäischen Servern gespeichert und nach 28 Tagen automatisch gelöscht. Sind die Daten einmal eingegeben, müssen sie beim nächsten Besuch nur noch bestätigt werden.

Die Figlmüller Group bietet das Konzept jetzt auch für alle anderen 6.000 Gastro-Betriebe der Stadt für knapp 30 Euro pro Monat an.

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