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Chronik Österreich
09/10/2020

Corona-Ampel: Spannung vor der nächsten Schaltung

Vier Städte sind seit knapp einer Woche auf Gelb. Das könnte sich am Freitag ändern - Besorgnis wächst durch neue Cluster.

von Elisabeth Holzer, Petra Stacher, Josef Gebhard, Elisabeth Hofer

Es wird spannend. Am heutigen Donnerstag tagt wieder jene Kommission, die über ein Umschalten der sogenannten Corona-Ampel berät. Am Freitag wird dann die aktuelle Ampelschaltung inklusive Empfehlungen veröffentlicht.

Grün, gelb, orange, rot - dies Möglichkeiten gibt es. Aktuell sind in Österreich vier Städte auf Gelb geschaltet. Die Bürgermeister von Wien, Linz und Graz sowie Kufstein in Tirol waren die Ersten, die die Gelbe Karte respektive das gelbe Ampellicht bekamen. Doch bleibt es dabei oder wird die Landkarte bald noch mehr  gelbe Flecke zeigen?

Seit Freitag vergangener Woche sind immerhin neue Corona-Cluster in Regionen entstanden, die derzeit großteils auf Grün gestuft sind. In Salzburg gab es nach einem Jungscharlager 16 Neuinfektionen, in Freistadt in Oberösterreich 27 im Umfeld einer Moschee.
 

Auch die Tiroler Landesregierung meldete am Mittwoch 53 Neuinfektionen: Im Bezirk Innsbruck-Land kam es zu einem Cluster rund um eine private Feier, im schon auf gelb eingestuften Kufstein rund um einen Fußballklub. Auch in der Stadt Innsbruck steigen die Zahlen an. Entsprechend alarmiert ist Tirols Politik. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) appellierte am Mittwoch an die Tiroler, sich schon jetzt so zu verhalten, als stünde die Ampel auf Gelb.

Konkret bedeutet das gelbe Ampellicht ein mittleres Risiko und daher verstärkte Hygienebestimmungen. Zusätzlich zu den bisherigen Maßnahmen gilt etwa für Kunden oder Besucher von Betriebsstätten (Handel) Maskenpflicht. Bei Veranstaltungen mit fixen Sitzplätzen dürfen in Innenräumen nur mehr 2.500 und draußen 5.000 anwesend sein. Ohne fixe Sitzplätze ist die Personenzahl auf 100 beschränkt, es gilt Maskenpflicht. An den Schulen müssen Eltern und Betreuer im Eingangsbereich Maken tragen, alle anderen außerhalb der Klasse. Aktivitäten sollten nach Möglichkeit ins Freie verlagert werden. Im Krankenhaus sollen Besucher erfasst werden, Arzttermine sollen nur mit fixem Termin möglich sein.

Wer hat Angst vor der orangen Ampel?

Was aber, wenn die Ampel auf orange - also "hohes Risiko" umspringt?

Das Tragen des Mund-Nasen-Schutz wird dann in allen öffentlichen Bereichen in geschlossenen Räumen verlangt, draußen auch, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Die Sperrstunde würde wieder auf Mitternacht vorverlegt, in Krankenhäusern und Altersheimen würden Besuchsbeschränkungen in Kraft treten, Sportarten mit Körperkontakt wären nicht mehr möglich.

Während der Grazer ÖVP-Stadtchef Siegfried Nagl, um das zu verhindern, gleich einmal anordnete, was in seinem Bereich möglich ist (Maskenpflicht in Ämtern), reagierten die drei weiteren Bürgermeister zurückhaltend bis skeptisch: Sie würden keine Maßnahmen setzen, ehe nicht die nötige Verordnung des Gesundheitsministeriums vorliege, kündigten sie an.

Immerhin zeigte sich auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) vorab optimistisch. Trotz steigender Infektionszahlen geht er derzeit nicht davon aus, dass die Corona-Ampel Ende der Woche in Wien oder einem anderen Gebiet auf "orange" gestellt wird.

Auch in Wien ist man nicht beunruhigt. Dass die Ampel jetzt in Wien auf orange springen könnte, sei aktuell überhaupt kein Thema, betont ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Dies würde nur dann passieren, wenn die Bettenkapazitäten in den Spitälern knapp werden. Das sei common sense und keineswegs nur die Wiener Lesart. Derzeit sind in Wien nur 21 der vorgesehenen 1.000 Intensivbetten durch Covid-19-Patienten belegt.

Weiters betont der Sprecher, dass in Wien schon längst Maßnahmen gelten, die für Gelb und Orange vorgesehen sind. So wurden die im Frühjahr eingeführten Zugangsbeschränkungen für Spitäler und Pflegeheime nicht gelockert, auch in Amtsgebäuden herrscht nach wie vor Maskenpflicht.

Die Situation in den Schulen

Eine Rolle spielt die Corona-Ampel auch angesichts des Schulbeginns: Theoretisch ist es möglich, in einzelnen Schulen eine andere Ampelfarbe als im jeweiligen Bezirk zu haben. In Linz versicherten Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) und Bildungsdirektor Alfred Klampfer bereits, dass es das Ziel sei, die Ampelfarben immer an den jeweiligen Bezirk anzupassen, um so wenig Verwirrung wie möglich zu stiften.

Laut aktuellem Stand hieße das: In Linz leuchten alle Schulen gelb – damit gilt dort beim Hinein- und Hinausgehen Maskenpflicht – im Rest Oberösterreichs leuchtet sie hingegen grün.

Damit die Kinder dafür gerüstet sind, empfiehlt das Land Oberösterreich, zur Sicherheit, immer eine Maske eingesteckt zu haben. In manchen Schulen gäbe es generell die Empfehlung, auch bei grüner Ampel die Maske zu tragen.

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