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Chronik Österreich
01/07/2021

Corona-Ampel bleibt bundesweit auf Rot

Wien und etliche Bezirke in NÖ müssten aufgrund ihrer Pandemie-Daten orange sein. Dennoch entschieden die Experten anders.

von Josef Gebhard

Aufgrund der relativ günstigen Entwicklung der Infektionszahlen könnten Wien und andere Bezirke – vor allem in NÖ – bei der Corona-Ampel von Rot auf Orange herabgestuft werden. Dennoch hat die Ampelkommission bei ihrer Sitzung am Donnerstag darauf verzichtet. Das heißt: Ganz Österreich bleibt weiterhin rot eingefärbt.

Wie kam es zu dieser Entscheidung? „Die Situation in Österreich gestaltet sich zunehmend heterogen“, heißt es in einem internen Papier, das dem KURIER vorliegt. Hervorzuheben sei, dass das Bundesland Wien, Krems Stadt, Hollabrunn, Horn, Korneuburg, Krems Land und Innsbruck Stadt unter Berücksichtigung der im Manual der Corona-Kommission vorgesehenen Kriterien mit Orange zu bewerten wären.
 

Anderseits sei zu berücksichtigen, dass die Auswirkungen der feiertagsbedingen Kontakthäufungen „noch nicht abschließend bewertet werden können“ sowie „die Evidenzlage zur neuartigen Virusmutation noch unsicher ist“, heißt es in dem Papier.  Zudem seien aktuell zwischen den Bundesländern sowie innerhalb der Bundesländer sehr unterschiedliche Entwicklungen und teilweise deutliche Anstiege festzustellen.

Im allerdings sehr kleinen Rust beträgt der Anstieg 450 Prozent, in der Region Montafon/Brandnertal wird in Plus von 119 Prozent während der vergangenen 14 Tage verzeichnet, in Waidhofen/Ybbs immerhin noch von 73 Prozent.

Was ebenfalls wenig positiv stimmt: Die Infektionszahlen gehen im 14-Tage-Trend in fast allen Bundesländern wieder nach oben. Nur in Wien und der Steiermark gibt es einen rückläufigen, in Oberösterreich einen stagnierenden Trend. Am ungünstigsten ist die Entwicklung in Salzburg, wo ein Plus von 29 Prozent vermeldet wird.

Niedrig ist in Wien auch die Zahl der positiven Fälle unter den Getesteten, nämlich nur 1,9 Prozent. Der Österreich-Schnitt liegt bei 8,9 Prozent. Den Höchstwert hat Kärnten mit 31,1 Prozent. Große Unterschiede gibt es auch bei der Zahl der Tests. In Wien wurden knapp 5.900 von 100.000 Einwohnern getestet - ein Wert, an den nur Vorarlberg annähernd herankommt (4.845), in Kärnten sind es nicht einmal 700.

Deshalb hat die Kommission entschieden: „Im Sinne des Präventionsgedankens sowie in Anbetracht des geltenden Lockdown gilt für gesamt Österreich weiterhin ein sehr hohes Verbreitungsrisiko.“ Sprich: Die Ampel bleibt bundesweit rot.

Dem Vernehmen nach habe sich neben der Bundeshauptstadt selbst auch Vorarlberg dafür ausgesprochen, Wien auf Orange zu stellen, um ein Signal zu setzen, denn die Menschen seien durch die permanente Rotschaltung bereits abgestumpft. Seitens der Stadt Wien wollte man die Entscheidung der Ampelkommission am Donnerstag nicht kommentieren.

 

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