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Frauen an der Macht: So viele Bürgermeisterinnen gab es in Österreich noch nie

In Österreich führen derzeit 247 von 2.092 Gemeinden Frauen, das ist ein neuer Höchststand. Die meisten Bürgermeisterinnen gibt es in Niederösterreich.
Die Fassade eines Rathauses mit roten Blumen vor den Fenstern.

Nach den Wahlen vom 28. Juni machte Elke Kahr wieder Schlagzeilen: Die KPÖ hielt nicht nur ihren ersten Platz, sondern baute ihren Vorsprung auf die zweitplatzierte ÖVP auch noch aus.

Die erste Stadtchefin überhaupt

Was beim Wirbel um eine Kommunistin an der Spitze der zweitgrößten Stadt Österreichs aber oft übersehen wird: Kahr ist die bisher einzige Frau, die es in Graz das Bürgermeisteramt schaffte. Davor regierten in der langen Stadtgeschichte 135 Männer.

Bürgermeisterinnen sind in Österreichs Kommunalpolitik immer noch eine Seltenheit, auch wenn der Trend allmählich nach oben geht: Von den 2.092 Gemeinden werden derzeit 247 von Frauen geführt, das ist ein Anteil von 11,8 Prozent und damit der bisherige Höchststand. Das gab der Gemeindebund am Freitag bekannt.

Wo die meisten Ortschefinnen regieren

Vor einem Jahr zählte man noch 241 Ortschefinnen, im Jahresvergleich also ein Zuwachs von 2,5 Prozentpunkten. Die mit Abstand größte Anzahl an Bürgermeisterinnen gibt es übrigens in Niederösterreich, 99 nämlich; der Frauenanteil im Bürgermeisteramt liegt somit bei 17,3 Prozent.

Die weitere Verteilung

  • Oberösterreich - Frauenanteil 11,9 % bzw. 52 Bürgermeisterinnen.

  • Salzburg - Frauenanteil 11,8 % bzw. 14 Bürgermeisterinnen.

  • Burgenland - Frauenanteil 9,9 % bzw. 17 Bürgermeisterinnen.

  • Vorarlberg - Frauenanteil 9,4 % bzw. 9 Bürgermeisterinnen.

  • Steiermark - Frauenanteil 8,8 % bzw. 25 Bürgermeisterinnen

  • Tirol - Frauenanteil 7,9 % bzw. 22 Bürgermeisterinnen.

  • Kärnten - Frauenanteil 6,8 % bzw. 9 Bürgermeisterinnen.

Um den Frauen ein Forum für Austausch und Netzwerken zu bieten, wurde das „Bürgermeisterinnentreffen“ eingeführt, es fand 2007 zum ersten Mal statt.

Seit 2024 sind auch die Vizebürgermeisterinnen eingeladen, deren Anzahl mit aktuell 560 mehr als doppelt so hoch ist wie jene der Ortschefinnen. Das nächste Treffen beginnt bereits am kommenden Sonntag, 12. Juli, in Rankweil (Vorarlberg).

Angelika Moosbrugger, Bürgermeisterin von Wolfurt, und Katharina Wöß-Krall, Bürgermeisterin von Rankweil, fungieren diesmal als Gastgeberinnen, sie sehen das „Bürgermeisterinnentreffen“ auch als Weg, Frauen zum Schritt in die Politik zu motivieren. „Wer Verantwortung übernimmt, wird zur sichtbaren Ansprechpartnerin und zum Vorbild für die nächste Generation.“

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