Bei dem Brand in Maria Neustift wurden 32 Tiere getötet.

© Fotokerschi.at

Chronik Österreich
06/15/2021

Brandgefährliche Bauernhöfe durch moderne Ställe

Nur drei Prozent der Landwirte sehen hohes Risiko, heißt es vom Kuratorium für Verkehrssicherheit.

von Petra Stacher

32 verendete Tiere, vier verletzte Personen, ein zerstörter Bauernhof – das ist die traurige Bilanz eines Brandes vergangene Woche in Maria Neustift (Bezirk Steyr-Land).

Laut der Brandverhütungsstelle OÖ des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) stellen Brände eines der größten Existenzrisiken für landwirtschaftliche Betriebe dar. Es gelte deshalb besondere Vorsicht, heißt es am Dienstag in einer Pressekonferenz.

Laut KFV-Erhebung seien rund 13 Prozent der Landwirte bereits von einem Brandereignis betroffen gewesen. Jeder fünfte Brand in Österreich betrifft den landwirtschaftlichen Sektor – Tendenz steigend. Denn durch die Modernisierung halte mehr Elektrizität Einzug und damit auch Gefahrenstellen.

Zündquellen

Melk-, Fütterungsroboter, Heuballenkräne – sie werden zum Standard. Die Zündquellen würden sich dadurch verlagern. „Kam es vor dreißig Jahren durch die Selbstentzündung von Heustöcken immer wieder zur Brandentstehung, so ist die Zahl der Heustockbrände mittlerweile deutlich gesunken“, heißt es. Denn das Heu werde heutzutage meist nicht mehr lose in den Heuboden eingeblasen.

Durch den höheren Standard der Betriebe würden jedoch auch die Schäden in enorme Höhen steigen. Die durchschnittliche Gesamtbrandschadenssumme betrage pro Jahr 56,8 Millionen Euro. 2019 betrug der durchschnittliche Schaden eines Brandes in der Landwirtschaft rund 55.000 Euro.

Bewusstsein stärken

Umso wichtiger sei es, sich über das Gefahrenpotenzial im landwirtschaftlichen Betrieb bewusst zu werden. „Nur drei Prozent der Landwirte sehen hier ein hohes Risiko“, sagt Armin Kaltenegger, Leiter des Bereichs Eigentumsschutz im KFV.

Vorbeugen könne man etwa mit von Fachpersonal durchgeführten Elektroinstallationen, so Günther Schwabegger, von der Brandverhütungsstelle OÖ. Eine brandschutztechnische Trennung von Wohnraum und Stall verhindere ein schnelles Übergreifen. Kraftfahrzeuge sollten zudem nicht in der Nähe von Heu und Stroh abgestellt werden. Auch eine regelmäßige Überprüfung von Geräten schütze vor Bränden.

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