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Chronik Österreich
08/05/2021

Borkenkäfer zerstört Lawinenschutz: Kärntner Gemeinden bedroht

In Kärnten kommt es heute zu einem Krisengipfel. Der Borkenkäfer hat in neun Gemeinden den Schutzwald zerstört, mancherorts unwiederbringlich.

von Anja Kröll

„Das ging völlig explosionsartig“, erklärt Kärntens Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber, als man ihn telefonisch erreicht. Nicht in seinem Büro in Klagenfurt, sondern mitten in einem Waldstück in Rangersdorf im oberen Mölltal.

Der Grund für Hubers Reise ist ein bis acht Millimeter groß und heißt Borkenkäfer. Die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen haben in den Windwurf- und Schadholzgebieten des oberen Mölltals und Lesachtals dazu geführt, dass sich der Schädling explosionsartig vermehrt hat. „Wir begutachten gerade die Lage in Rangersdorf und Heiligenblut. Es ist außergewöhnlich, was sich hier abspielt. Durch den Schneebruch sind bei vielen Fichten die Wipfel abgebrochen und dort hat sich der Käfer eingenistet. Hatten wir davor Käfernester, die Flächen von einigen 1.000 Quadratmetern befallen haben, sprechen wir nun von Flächen von 30 Hektar am Stück“, führt Bernhard Rebernig, Referent bei der Landwirtschaftskammer weiter aus.

Schwieriger Abtransport

Doch dem nicht genug, kommt auch noch hinzu, dass das Schadholz und somit die Borkenkäfer nicht rasch genug abtransportiert werden können, da dies oftmals nur mithilfe von speziellen Seilbahnen möglich ist. Jene darauf spezialisierten Forstunternehmen sind derzeit aber ausgebucht. Denn viele Firmen führen aufgrund der hohen Nachfrage am Holzmarkt vor allem Schlägerungen von Frischholz durch. Die Landwirtschaftskammer will nun umgehend Gespräche mit Kärntner Forstunternehmen aufnehmen und Möglichkeiten suchen, um Seilbahnen und Personal für die betroffenen Gebiete zu mobilisieren. Es brauche laut Präsident Huber einen „Masterplan“. Zusagen über Besichtigungstermine soll es bereits geben.

Die Landwirtschaftskammer will sich jedenfalls schützend vor die Waldbesitzer stellen, sollten Strafen verhängt werden. Denn kommt es zum Käferbefall, fordert die Forstbehörde im Regelfall die Waldbesitzer per Bescheid zu Schlägerungen auf. Wird diesen nicht Folge geleistet, drohen Strafen von 200 bis 500 Euro. Bei der Landesforstdirektion wolle man die Waldbesitzer „nicht peinigen, sondern prüfe von Einzelfall zu Einzelfall und schicke nicht einfach tausende Bescheid aus“, sagt Landesforstdirektor Matitz.

Nachsatz: „Aber beim Borkenkäfer geht es auch immer um den Faktor Zeit. Denn in sechs bis acht Wochen sind die Borkenkäfer-Eier voll entwickelt und der Schädling fliegt aus.“

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