7,7 Hektar pro Tag: Bodenverbrauch in Österreich wieder gestiegen

Das "Boden-Budget" sei bereits Ende April erschöpft. WWF fordert Maßnahmen gegen die fortschreitende Verbauung.
Klima-Glossar: Bodenversiegelung.

Der tägliche Bodenverbrauch in Österreich ist 2025 auf durchschnittlich 7,7 Hektar gestiegen. Das entspricht einem Plus von einem Hektar im Vergleich zu 2024, wie aus aktuellen Berechnungen der Naturschutzorganisation WWF hervorgeht. 

Insgesamt wurden rund 28 Quadratkilometer Fläche verbraucht, etwa 60 Prozent davon sind versiegelt. Damit liegt der Bodenverbrauch weiterhin deutlich über dem politischen Ziel von 2,5 Hektar pro Tag, das rechnerisch bereits am 29. April überschritten wurde. 

"Österreich entfernt sich damit weiter von seinem Nachhaltigkeitsziel, das Boden-Budget ist bereits früh im Jahr erschöpft. Deshalb braucht es konkrete Maßnahmen gegen die fortschreitende Verbauung", sagt WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories. Der WWF fordert von Bund und Ländern einen verbindlichen Zielpfad zur Senkung des Bodenverbrauchs sowie Reformen in der Raumordnung, im Steuersystem und im Naturschutz.

Hauptverantwortlich für den Bodenverbrauch waren im Jahr 2025 laut WWF die Siedlungsflächen mit durchschnittlich 4,3 Hektar pro Tag, gefolgt von Betriebsflächen (2,6 Hektar pro Tag) sowie Verkehrsflächen (0,9 Hektar pro Tag), davon zum überwiegenden Teil Straßen.

Aus einer WWF-Umfrage von November 2025 wünschten sich noch 76 Prozent der österreichischen Bevölkerung "strengere Gesetze und Maßnahmen gegen die Verbauung der Landschaft und den Bodenverbrauch".

Und nur 20 Prozent der Befragten gaben bei der Market-Studie an, die Anstrengungen der Politik hier für ausreichend einzuschätzen.

Risiko für Überschwemmungen steigt

Durch Bodenverbrauch und –versiegelung verliert der Boden wichtige Funktionen, die in Zeiten zunehmender Klimafolgen besonders relevant sind. Das Risiko für lokale Überschwemmungen steigt, die Grundwasservorräte füllen sich weniger auf und im Sommer bilden sich verstärkt Hitzeinseln, warnt der WWF. 

Hintergrund zur Berechnung der Zahlen 

Die Österreichische Raumordnungskonferenz (ÖROK) hat im Dezember 2025 neue Berechnungsmethoden vorgelegt, die aber künftig nur alle drei Jahre Ergebnisse liefern soll. Um auch jährliche Trends zu erkennen, hat der WWF die aktuellen Zahlen anhand der bisher gängigen Methode des Umweltbundesamtes berechnet, deren Grundlage Daten des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen (BEV) bilden. 

Das Umweltbundesamt definiert Bodenverbrauch als den Verlust biologisch produktiver Böden durch Verbauung für Siedlungs- und Verkehrszwecke, aber auch für intensive Erholungsnutzungen, Deponien, Abbauflächen, Kraftwerksanlagen und ähnliche Intensivnutzungen. Als versiegelt gelten jene Flächen, die mit einer wasser- und luftundurchlässigen Schicht (meist Beton oder Asphalt) überzogen sind. 

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