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Chronik Österreich
02/07/2019

Bluttat in Dornbirn: "Täter zeigt keinerlei Reue"

Pressekonferenz mit Landeshautpmann Markus Wallner: Polizei gab Details zu mutmaßlichem Täter und Hergang bekannt.

von Valerie Krb

Nach dem Mord an einem leitenden Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft in Dornbirn durch einen türkischen Asylwerber am Donnerstagnachmittag lud Landeshauptmann Markus Wallner heute Vormittag zu einer Pressekonferenz. Dabei schilderte Chefinspektor Norbert Schwendinger Details zum Tathergang. So soll der 34-jährige Mann das Büro des Leiters der Sozialabteilung zunächst verlassen haben. Eine halbe Stunde später sei er mit einem Küchenmesser zurückgekommen und zielstrebig ins Büro des Opfer gegangen.

"Kaltblütiger Mord"

Bei der Vernehmung soll der Asylwerber keinerlei Reue gezeigt haben. "Es war ein kaltblütiger Mord. Er zeigt sich nicht betroffen", sagte Chefinspektor Schwendinger.

Er habe mehrfach auf den 49-Jährigen eingestochen. Eine Mitarbeiterin hörte vom Gang aus Schreie und verständigte die Polizei. Dem Täter gelang noch die Flucht. Er wurde aber kurz darauf beim Kulturhaus in Dornbirn festgenommen. Der Mann aus der Türkei soll sich bei der Tat selbst an der Hand verletzt haben. Er wurde gestern noch operiert.

Der Beschuldigte reiste Anfang des Jahres illegal nach Österreich ein und stellte einen Asylantrag. Und das, obwohl es gegen ihn ein Aufenthaltsverbot im gesamten Schengen-Raum gab. Er soll mehrfach vorbestraft sein und zwischen 1999 und 2008 immer wieder im Gefängnis gesessen haben.

Das prangerte vor allem Landeshauptmann Markus Wallner an. "Ich habe bereits mit dem Innenminister telefoniert, denn damit kann man nicht zufrieden sein." Ihm ginge es vor allem um die Frage, warum keine Schubhaft über den Mann verhängt wurde.

Ausbau der Sicherheitsvorkehrungen

Weiters kündigte Wallner an, dass die Sicherheitsvorkehrungen in allen Behörden des Landes ausgebaut werden. "Wir haben immer viel Wert auf einen offenen Zugang gelegt. Aber wir sind an den Grenzen angelangt", so der Landeshauptmann.

2009 wurde gegen den Beschuldigten bereits ein Aufenthaltsverbot erwirkt. 2010 erhielt er einen negativen Asylbescheid und wurde in die Türkei ausgewiesen. Das Opfer soll damals den negativen Bescheid unterschrieben haben.